Zwischen Neckar und Alb

Stadtplanung heißt nicht nur Pläne zeichnen

Bildung Ein Projekt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt widmet sich dem Quartiersplatz Obertor in Nürtingen.

Nürtingen. Unter dem Titel „Stadt­entwicklung planen? Stadtkultur machen!“ ist an der ­Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) im Studiengang Stadtplanung ein Projekt gestartet, das den Quartiersplatz Obertor in Nürtingen in den Blick nimmt. Eine Präsentation erster Ergebnisse fand in hybrider Form statt: vor Ort und per Online-Übertragung. „Wir haben das erste Mal das Gefühl, wirklich zu studieren“, bringen es einige auf den Punkt. Sie sind bereits im zweiten Semester, haben wegen Corona aber noch nie erfahren, wie sich Studieren anfühlt. „Wir wollten dieses Experiment wagen und mit dieser hybriden Präsentation Stadtplanung doch greifbar und erfahrbar machen“, sagt HfWU-Professor Dr. Oliver Frey. „Stadtplanung heißt nicht nur Pläne zeichnen. Auch Kommunikation und Partizipation sind wichtig.“

Vor allem deswegen sei es ihm ein Anliegen gewesen, eine erste Präsentation des Obertor-Projekts vor Ort in der Stadt umzusetzen. Ziel des studentischen Projekts ist die Vermittlung von Stadtentwicklung als vielfältigem Prozess, in dem unterschiedliche Akteure aus Wirtschaft, Kultur, Politik, Verwaltung und Bürgerschaft ihre Interessen aushandeln. Im Besonderen geht es um die Frage, wie die Rolle der Kunst- und Kulturschaffenden in diesem Prozess gestärkt werden kann. „Das Obertor ist auch nach Aussage von Nürtinger Bürgern ein etwas vernachlässigter Ort“, so der Befund von Stadtplanungsstudent Lorenz Rößling. Das bedeute aber auch, dass es dort Potenzial für eine mögliche Umgestaltung des Obertoriums - wie die Studierenden es nennen - und neue Impulse gebe. Eine Zusammenarbeit mit den Machern des Kulturtreffs „Sprechzimmer“ am Obertor lag auf der Hand. „Auch unser Ziel ist, mit unserem Kulturfenster die Innenstadt zu beleben, das Zusammenkommen von Menschen zu ermöglichen. Und es ist schön, die Studierenden mit dieser Präsentation auch wirklich mal zu Gesicht zu bekommen“, freut sich Barbara Andreas. Nach der Zwischenpräsentation arbeiten die Studierenden nun konkrete Vorschläge zur Umgestaltung des Obertors aus. Diese werden dann mit Abschluss des Projekts vorgestellt. pm


Anzeige