Zwischen Neckar und Alb

Stadtwerke hoffen auf Kooperation

Breitband Das von der Telekom ausgegebene Ziel, alle Gewerbegebiete ans Glasfasernetz anzuschließen, ist in Nürtingen bereits Realität.

Nürtingen. Die in dieser Woche in Stuttgart von Vertretern der Region Stuttgart und der Telekom unterzeichneten Absichtserklärung, den Ausbau des Glasfasernetzes wesentlich schneller vo­ranzubringen als bisher, wirft bei den Nürtinger Stadtwerken einige Fragen auf. Was die Absichtserklärung, der sogenannte „Letter of Intent“, für das Gewerbe als Ziel formuliert, ist in Nürtingen nämlich bereits Realität. „Wir haben alle Gewerbegebiete in Eigenregie mit Glasfaser erschlossen“, sagt Volkmar Klaußer, Geschäftsführer der Nürtinger Stadtwerke. Damit nehmen die Stadtwerke im Kreis eine herausragende Position ein. Die Stadtwerke setzen seit rund 20 Jahren auf Glasfasertechnik. Und auch Privatkunden werden seit 2013 an das Nürtinger Glasfasernetz angeschlossen. Neubaugebiete werden grundsätzlich mit Glasfaser erschlossen.

1 300 Privatkunden

„Im Moment haben wir 1 300 aktive Privatkunden in Nürtingen“, so Klaußer. Dazu kommen rund 1 000 angeschlossene Häuser, da­runter Gebäude mit 40 Wohnungen und mehr. Eine neunzigprozentige Versorgung für Privathaushalte bis 2030 ist auch Klaußers Ziel.

„Wir haben einen Masterplan zum Ausbau für Privatkunden, den wir seit fünf Jahren umsetzen“, so der Geschäftsführer. Fatal fände er es, wenn die Telekom nun ebenfalls Leitungen legen sollte, wo bereits die Stadtwerke aktiv sind. „Es kann doch nur so sein, dass diejenigen, die sich früh auf den Weg gemacht haben, jetzt am Ausbau beteiligt werden“, so Klaußer.

Landrat Eininger betonte in seiner Erklärung am Montag: „Mit der Kooperation vermeiden wir den unabgestimmten Ausbau von kommunaler Seite und der Telekom und setzen gemeinsam zielgerichtet unsere Ressourcen ein.“ Und auch Peter Keck, Pressesprecher des Landratsamts, betont: „Es wurde explizit erklärt, dass Stadtwerke Kooperationspartner sind.“ Ihre Einbindung sei gewünscht und notwendig, alle Beteiligten sollen ihre Pläne auf den Tisch legen und miteinander abstimmen, so Keck.

In dem Letter of Intent ist auch angesprochen, dass alle Anbieter auf das Glasfasernetz Zugriff haben sollen. „In der Praxis wird das eine Frage des Preises sein“, gibt Klaußer zu bedenken, der aber auch betont: „Wir sind sehr offen für eine Kooperation mit der Telekom.“ Andererseits gab Telekom-Vorstand Dirk Wössner bereits zu verstehen, man wolle sich auch in bestehende Glasfaserleitungen einmieten und nicht mit eigenen Strukturen überbauen. Die Einzelheiten sollen nach Abschluss der Gespräche mit den Kommunen in einem Rahmenvertrag festgelegt werden.Uwe Gottwald

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