Zwischen Neckar und Alb

Steffen Weigel kämpft für hohe Wahlbeteiligung

Wahl Amtsinhaber macht auch ohne Gegenkandidat Wahlkampf – „Das ist kein g’mähtes Wiesle“.

Obwohl der Amtsinhaber keinen Gegenkandidaten hat, ist Steffen Weigel voll im Wahlkampfmodus.Foto: Gaby Weiß
Obwohl der Amtsinhaber keinen Gegenkandidaten hat, ist Steffen Weigel voll im Wahlkampfmodus.Foto: Gaby Weiß

Wendlingen. Seit acht Jahren ist Steffen Weigel Bürgermeister von Wendlingen. Er bewirbt sich für eine weitere Amtszeit. Einen Gegenkandidaten hat er sich, trotzdem macht er einen engagierten Wahlkampf.

Etwa 80 Bürger sind zur offiziellen Bewerbervorstellung im Wendlinger Treffpunkt Stadtmitte gekommen - obwohl es bei der Bürgermeisterwahl am 7. Juli nur einen Kandidaten gibt und sie den seit acht Jahren kennen: Sie wollen sich an diesem Abend anhören, welche politischen Ziele Amtsinhaber Steffen Weigel für eine zweite Amtszeit hat und ihm Fragen stellen. Für Weigel war es nie Thema, Wahlkampf auf Sparflamme zu machen, nur weil er keinen Konkurrenten hat: „Das ist kein g’mähtes Wiesle. Man muss erst einmal gewählt werden. Und ich kämpfe auch um eine möglichst hohe Wahlbeteiligung.“

Auch ohne Gegenkandidat verteilt Steffen Weigel seine Flyer, lädt zu drei Bürgergesprächen ein, steht auf dem Wochenmarkt Rede und Antwort und präsentiert seine Pläne bei der offiziellen Kandidatenvorstellung. „Ich halte es für richtig, dass man auch als Einzelkandidat Rechenschaft ablegt: Was hat man die letzten acht Jahre gemacht? Und vor allem: Was möchte man in den nächsten acht Jahren machen?“, betont er. Ihm ist es wichtig, mit den Wendlingern ins Gespräch zu kommen, „damit die Leute die Möglichkeit haben, zu sagen, was ihnen wichtig ist, und auch kritische Punkte anzusprechen“, betont der Diplom-Verwaltungswirt. Natürlich könne er den Wahlkampf „mit etwas größerer Gelassenheit“ führen, auf der anderen Seite weiß er aber auch, dass die Bürger an einen wahlkämpfenden Amtsinhaber einen anderen Maßstab anlegen als an einen neuen Bewerber von außerhalb: „Als Amtsinhaber muss man inhaltlich viel tiefer gehen können als ein Außenstehender, der vieles nur allgemein ansprechen kann und die Stadt und die Menschen erst kennenlernen muss“, meint Weigel. „Zu mir sagen die Menschen völlig zu Recht: Sie sind jetzt acht Jahre da, da können wir erwarten, dass Sie uns konkret sagen, an welchen Feldern Sie arbeiten wollen.“

Und das tut er an diesem Abend. Weigel weiß, wo der Schuh drückt. Er findet klare Worte gegen eine Gruppe von Auswärtigen, die immer wieder den Bereich hinter dem Rathaus in Beschlag nimmt: „Das Kapern von Flächen kann nicht akzeptiert werden.“ Er nimmt Stellung zum hoch emotionalen Abriss der Johanneskirche, zum geplanten Parkdeck am Bahnhof, zum Ärgernis „innerstädtische Schleichwege“ und bemüht sich um Ehrlichkeit: „Es wäre das Einfachste, wenn ich Ihnen jetzt sagen würde: Machen Sie sich keine Sorgen, da machen wir was. Das kann ich nicht. Denn was ich verspreche, das will ich auch halten können.“ Er freut sich, dass er nach dem Aus für den Supermarkt in der Stadtmitte vermelden kann: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir bald eine Lösung präsentieren können.“

In den kommenden acht Jahren möchte Steffen Weigel die Zukunft der Stadt weiter sichern. „Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, hier in Wendlingen zu bleiben. Ich habe keine weitergehenden Ambitionen.“ Gaby Weiß

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