Zwischen Neckar und Alb

Streit droht zu eskalieren

Tarifverhandlungen Nach dem Scheitern übt die IG Bau Kritik an den Arbeitgebern.

Symbolbild

Kreis Esslingen. Die Bauunternehmen im Landkreis Esslingen suchen händeringend Nachwuchs, erklärt die Industriegewerkschaft Bau, Bezirksverband Stuttgart, in einer Pressemitteilung. 213 unbesetzte Ausbildungsplätze seien bei der Arbeitsagentur gemeldet. „Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs im Kreis Esslingen sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden“, sagt Mike Paul, Bezirksvorsitzender der IG Bau Stuttgart. Er beklagt den geringen Lohn und die mangelnde Perspektive und übt massive Kritik: „Die Arbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen.“ Ausdruck dafür sei das Scheitern der Tarifverhandlungen, bei der die IG Bau ein Lohn-Plus von sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und ein 13. Monatseinkommen für alle gefordert hat. „Wichtig ist auch, dass Bauarbeiter die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen und dass die Arbeitgeber alle Ausbildungskosten übernehmen“, so der Bezirkschef. Der Bau müsse den Azubis mehr bieten.

„Wir haben einen Bau-Boom, und die Betriebe im Landkreis Esslingen haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen, um die Arbeit zu erledigen“, so beschreibt der Gewerkschafter die Situation. Trotzdem hätten die Arbeitgeber nur ein dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt. Eine Schlichtung hält Mike Paul für immer wahrscheinlicher. Schaffe Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement es als Schlichter nicht, die Bauarbeitgeber dazu zu bewegen, ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen, drohe der Bau-Streit zu eskalieren. Davon wäre auch der Kreis Esslingen massiv betroffen: „Wir bereiten uns auf alles vor. Auch darauf, das Bauleben lahmzulegen. Vor allem setzen wir aber darauf, dass die Arbeitgeber eine Schlichtung als Chance begreifen“, so der Bezirkschef. pm


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