Zwischen Neckar und Alb

Strohweiler ist wieder komplett am Netz

Wasserversorgung Große Erleichterung auf der Alb: Das Leck ist gefunden.

Foto: Alexander Thomys

Römerstein. Eine weitere Nacht mussten die Feuerwehrleute noch durchhalten, dann gab am gestrigen Freitagnachmittag Römersteins Bürgermeister Matthias Winter Entwarnung: „Wir haben ein Ergebnis - Strohweiler ist wieder am Netz.“

Zur Erinnerung: An Neujahr merkte Wassermeister Joachim Lais, dass der Hochbehälter Hengen des Zweckverbands Wasserversorgung Vordere Albgruppe leergelaufen war. Schnell zeigte sich: In der Druckleitung nach Grabenstetten und Strohweiler musste es ein größeres Leck geben. Während die eifrige Suche nach dem Leck lief, war die Feuerwehr gefragt, um den akuten Bedarf zu decken: Die rund 120 Einwohner von Strohweiler und vor allem die rund 1 000 Tiere im Ort lagen auf dem Trockenen.

Die Feuerwehren aus Römerstein, Grabenstetten, Münsingen und Lenningen legten daher eine rund drei Kilometer lange Leitung von Böhringen her nach Strohweiler, ebenso wurde ein Beipass an der vermuteten Schadstelle vorbei gelegt und eine Leitung zwischen Grabenstetten und Strohweiler errichtet und mit hohem Personalaufwand auch in den Nächten betrieben. Wäre der Wasserfluss ins Stocken geraten, wären die Schlauchleitungen eingefroren.

„Die Leck-Ortung erwies sich als deutlich schwieriger, als ursprünglich gedacht“, berichtete Bürgermeister Winter. Eine akustische Ortung schlug fehl, auch ein Versuch mit Prüfgas scheiterte, weil die Schadstelle an einer anderen Stelle lag als vermutet. Die Rettung brachte letztlich eine Drohne, die mit ihrer Wärmebildkamera erkennen ließ, wo das Leitungswasser auf den gefrorenen Boden traf und so die Umgebung erwärmte. Es handelte sich um ein rund zehn Zentimeter großes Loch, das nach kurzer Zeit mit einer Manschette repariert werden konnte. Möglicherweise entstand der Schaden durch den einsetzenden Frost - zuletzt war es nachts bis zu minus neun Grad kalt.

„Auch Bodenbewegungen wären eine theoretische Annahme“, sagte Winter zur Ursache. Ausschließen könne man dagegen einen Zusammenhang mit dem Brandeinsatz in Strohweiler an Neujahr, betonte der Römersteiner Bürgermeister. Am Ende war Römersteins Schultes froh und dankbar über den Einsatz der zahlreichen Feuerwehrangehörigen und Mitarbeiter. „Das Krisenmanagement und die Solidarität haben funktioniert“, lobte Winter, der seinen Dank auch an die Landwirte aussprach, die in Strohweiler verständnisvoll reagiert hätten.

Am gestrigen Nachmittag wurde das Leitungsnetz chloriert, um einen möglichen Keimeintrag während der Reparatur und Notversorgung auszuschließen. „Strohweiler ist dann wieder komplett am Netz“, sagte Winter erleichtert. Alexander Thomys

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