Zwischen Neckar und Alb

Sucht im Alter

Aktualisierte Flyer für Pflegende und Senioren

Ein neu entworfener Flyer „Sucht im Alter“ des Landkreises Esslingen will über diese Problematik informieren. Darin geht es unter anderem um die Sensibilisierung für mögliche Risiken und Suchtgefährdungen.

Kreis Esslingen. Zur Unterstützung für Senioren, pflegende Angehörige und Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege wurden drei Flyer aktualisiert, vor allem mit Adressen, wo Beratung und Unterstützung zu finden sind. Zusammengestellt wurden sie vom Fachteam „Sucht im Alter“ unter Federführung der Beauftragten für Suchtprophylaxe/Kommunalen Suchtbeauftragten – zusammen mit der Psychosozialen Beratungsstelle Nürtingen und dem Sozialpsychiatrischen Dienst für alte Menschen (SOFA) Nürtingen. Die Flyer gehen interessierten Einrichtungen zu und können kostenfrei angefordert werden.

Anzeige

10 bis 15 Prozent der alten Menschen, die im ambulanten und stationären Altenhilfebereich betreut werden, haben ein Suchtproblem. Wer mit alten Menschen zu tun hat, ob beruflich in der Alten- oder Krankenpflege oder privat in der Familie und Nachbarschaft, kann es wahrnehmen: Vergleichsweise viele alte Menschen sind alkohol- oder medikamentenabhängig oder fallen mit einem problematischen, missbräuchlichen Konsum auf. Gleichzeitig gibt es nur wenige umfangreiche Informationen zu diesem Krankheitsbild, und der Umgang und die Früherkennung sind selbst für Pfle-gekräfte und Ärzte schwierig.

Alkohol wird im höheren Alter nicht mehr so gut körperlich vertragen. Wenn gleichzeitig Medikamente eingenommen werden, was mit zunehmendem Alter häufiger der Fall ist, kann der Alkohol die Wirkung verändern, verstärken oder abschwächen und dadurch zu weiteren Pro-blemen führen.

Seit Jahren bietet das Fachteam „Sucht im Alter“ des Aktionskreises Suchtprophylaxe besonders Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege Unterstützung an. Fachveranstaltungen, Fortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit werden hier abgestimmt und gemeinsam umgesetzt. Erhebungen werden im Landkreis durchgeführt, um die aktuelle Situation einschätzen und bedarfsgerechte Angebote machen zu können. Sie bestätigen immer wieder, dass Sucht im Alter in den Einrichtungen im Landkreis sowohl im ambulanten wie im stationären Bereich der Alten- und Krankenpflege ein Thema ist, das hinsichtlich des demografischen Wandels zunehmend wichtiger wird.

In der Folge ergibt sich, dass ein Unterstützungsbedarf – Schulungen in der motivierenden Gesprächsführung, Fachberatung, Supervision, Fallbesprechungen und Materialien – besteht. Ein positives Ergebnis der jahrelangen Arbeit: Es zeigt sich, dass die Unterstützungsangebote und Ansprechpartner im Landkreis gut bekannt sind und in Anspruch genommen werden. Regelmäßig werden Grundlagen- und Vertiefungsseminare „Sucht im Alter“ für die Fachkräfte durchgeführt, ebenso wie Unterrichtsbausteine in der Ausbildung der Alten- und Krankenpflege. Fachveranstaltungen werden landkreisweit für alle interessierten Einrichtungen angeboten, auf Anfrage in Senioreneinrichtungen, Selbsthilfegruppen, beim Kreisseniorenrat, in Einrichtungen der Erwachsenenbildung und Kirchengemeinden.

Ziel des Fachteams ist es, alle tangierten Einrichtungen mit ihren Fachkräften systematisch zu erreichen und niedrigschwellige, passgenaue Hilfen für Betroffene selbst und die pflegenden Angehörigen zu ermöglichen.

Den Flyer und weitere Informationen gibt es im Landratsamt Esslingen, Beauftragte für Suchtprophylaxe/Kommunale Suchtbeauftragte, Elke Klös, Telefon 07 11/39 02-25 71, E-Mail Kloes.Elke@LRA-ES.de. pm