Zwischen Neckar und Alb

Susanne Mehlis wird Stadtplanerin

Stadtentwicklung Die 56-jährige Diplom-Ingenieurin tritt in Nürtingen am 1. April die Nachfolge von Susanne Schreiber an.

Nürtingen. Ihr letzter Arbeitstag im Göppinger Rathaus ist am Donnerstag. Einen Monat später, am 1. April, tritt Susanne Mehlis ihre neue Aufgabe in Nürtingen an. Die Diplom-Ingenieurin für Stadt- und Regionalplanung wurde zur Leiterin des Stadtplanungs- und Umweltamts gewählt. Sie ist Nachfolgerin von Susanne Schreiber, die als Baubürgermeisterin nach Filderstadt wechselte.

Nürtingen ist für Susanne Mehlis bekanntes Terrain. Hier ist sie mit ihre Familie zu Hause. Sie wohnt im Enzenhardt, ihr Mann ist Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, und ihre Eltern hat sie von der Spree an den Neckar geholt.

Als Nürtinger Bürgerin hat sie die kommunalpolitischen Entscheidungen in den zurückliegenden Jahren verfolgt und freut sich jetzt, den Stadtentwicklungsprozess mitzugestalten. An ihrem neuen Wirkungsort sieht Susanne Mehlis viele tolle, spannende Projekte. Gerade die Bewerbung für die Landesgartenschau sei eine große Chance für Nürtingen - „für die Naherholung und die Freiraumplanung“. Die Entscheidung des Gemeinderats, die Hotelpläne an der Neckarstraße zunächst auf Eis zu legen, begrüßt sie. So biete sich die Möglichkeit, noch mal zu überlegen, wie man mit dem Neckarufer umgehen wolle. Und in diese Überlegungen schließt die Stadt- und Regionalplanerin auch das gegenüberliegende Wörth-Areal ein. Die Landesgartenschau-Bewerbung sei ein guter Ansatzpunkt, über Vorhaben nachzudenken.

Ganz wichtig für Nürtingen seien darüber hinaus das Bahnstadtquartier und die Innenstadtentwicklung. Beim Bahnstadt-Areal gehe es jetzt auch darum, die Vergaberichtlinien für die städtischen Grundstücke festzulegen - sowohl die soziale als auch die gestalterische Komponente betreffend. Ein wichtiger Punkt bei so einem großen Vorhaben sei der Bürgerbeteiligungsprozess. Heidrun Eisele habe hier schon sehr gute Arbeit geleistet, lobt Mehlis die Kollegin im Nürtinger Planungsamt.

Ein weiteres großes Thema sieht die 56-jährige Stadtplanerin in der Innenstadtentwicklung und nennt als Stichwort den Leerstand. Um die Innenstadt wieder zu beleben, reiche es nicht, für den öffentlichen Raum Konzepte zu entwickeln, „wir müssen die Eigentümer mitnehmen“.

Auch im Umgang mit den Bürgern wünscht sie sich eine offene Kommunikation. „Stadtplanung ist ein langwieriger Prozess, aber irgendwann muss man auch was sehen“, sagt Mehlis und hofft auf positive Ergebnisse.Anneliese Lieb

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