Zwischen Neckar und Alb

Tierische Tretminen sorgen für Ärger

Kommunalpolitik Viele Bürger beklagen sich in Lichtenwald über durch „Pferdeäpfel“ verschmutzte Wege. Bügermeister Rentschler denkt angesichts dieses Problems über die Einführung einer Pferdesteuer nach. Von Peter Storz

Die Hinterlassenschaften von Pferden sind ein Ärgernis.Foto: Markus Brändli
Die Hinterlassenschaften von Pferden sind ein Ärgernis. Foto: Markus Brändli

Pferde haben die Eigenart, bei einem Ausritt ihre Verdauungsprodukte hinter sich zu lassen. Pferdeäpfel auf Forst- und Wirtschaftswegen, aber auch innerörtlichen Straßen, sind in Kommunen im ländlichen Raum, aber auch im Wald und in der Landschaft um die Städte kein neues Phänomen, zunehmend jedoch ein Grund zur Klage von Bürgern. In der Gemeinde Lichtenwald werden nun Überlegungen angestellt, über die kommunale Polizeiverordnung hinaus mit einer Pferdesteuer regulierend einzugreifen.

In der Schurwaldgemeinde werden nach einer Schätzung der Verwaltung in den drei Reiterhöfen etwa 100 Pferde gehalten. Deren Hinterlassenschaften auf Wald- und Spazierwegen, aber auch auf den Straßen innerorts sorgen seit Jahren für erheblichen Unmut. Aufgrund einer Bürgerbeschwerde, in der über „zunehmende Verunreinigungen durch Pferdeäpfel auf Lichtenwalder Wald- und Wanderwegen“ geklagt und sogar ein „katastrophaler Zustand“ festgestellt wird, hatte die Fraktion der Lichtenwalder Bürgerliste (LBL) das Thema in die jüngste Gemeinderatssitzung eingebracht.

Bürgermeister Ferdinand Rentsch­ler erklärte dazu, dass die Gemeinde 2014 ihre Polizeiverordnung durch einen Passus zum Pferdekot im öffentlichen Raum erweitert hatte, da sich bereits damals mit zunehmender Zahl an Tieren auch die Beschwerden von Bürgern über Pferdeäpfel gehäuft hatten. „Die Verschmutzung von Straßen ist eine Ordnungswidrigkeit. Auch die Hinterlassenschaften von Pferden müssen unverzüglich, spätestens aber nach dem Ende des Ausritts beseitigt werden“, erläuterte er.

Die Reiterhöfe seien über die Verordnung informiert und in der Pflicht, die Reiter darüber zu unterrichten, sagte der Bürgermeister. Mehrere Ratsmitglieder betonten dazu, dass sich nach ihren Beobachtungen das Gros der Reiter im Ort an die Regelung halte und einzelne von ihnen gar vorbildlich die Straßen reinigten. Allerdings nehme mit der steigenden Anzahl der Pferde auch die Zahl der schwarzen Schafe zu, die die Spuren ihres Ausritts nicht beseitigen.

Wie Rentschler sagte, sind die Möglichkeiten, gegen die beklagte Verschmutzung von Wald- und Wanderwegen vorzugehen, stark begrenzt. Die Verordnung gelte nur für Straßen mit Asphalt- oder Betonbelag, auf Wald- oder Wirtschaftswegen greife die Regelung nicht. Immerhin sei Lichtenwald nach Kenntnis der Verwaltung die einzige Kommune im Kreis Esslingen, die überhaupt eine solche Regelung einschließlich einer Sanktionsmöglichkeit habe. „Darüber hinaus aber haben wir faktisch und rechtlich derzeit keine Handhabe“, sagte Rentschler.

Aber um das Problem mit den Pferdeäpfeln zu verringern, könnte jedoch über die Einführung einer Pferdesteuer nachgedacht werden, meinte der Bürgermeister: „Analog zur Hundesteuer könnte eine solche Steuer als Lenkungsinstrument mit der Zielrichtung eingesetzt werden, die Zahl der Pferde und somit auch der Verschmutzung zu reduzieren.“ Wegen der darüber hinaus erwartbar positiven Auswirkungen auf den kommunalen Haushalt werde die Verwaltung dem Gemeinderat in der anstehenden Beratung zur Finanzsituation einen entsprechenden Vorschlag vorlegen.

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