Zwischen Neckar und Alb

Ulrichsbrücke bald im Dunkeln?

Vandalismus Da Leuchten ständig zerstört werden, will die Gemeinde Köngen sie nun nicht mehr reparieren lassen.

Diese Leuchten sind das Ziel von Vandalen.Foto: Gaby Kiedaisch
Diese Leuchten sind das Ziel von Vandalen. Foto: Gaby Kiedaisch

Köngen. Auf der Ulrichsbrücke zwischen Köngen und Wendlingen könnten schon bald die Lichter ganz ausgehen. Weil die Beleuchtungskörper auf der Brücke jedes Mal wieder zerstört werden, nachdem sie gerade erneuert worden sind, will die Gemeinde auf die Beleuchtung der historischen Brücke künftig ganz verzichten. Das letzte Wort hat aber der Gemeinderat.

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Es ist immer dasselbe Spiel: Seit Jahren werden die Lampen auf der Ulrichsbrücke mutwillig demoliert. Nicht nur eine, sondern sämtliche Beleuchtungskörper fallen der Zerstörungswut zum Opfer. Wenn sie dann repariert werden, dauert es meist nicht lange, und die Leuchten sind nach kurzer Zeit wieder eingeschlagen. Die Kosten belaufen sich dabei jedes Mal auf um die 3 000 Euro.

Nachdem die Lampen nach der letzten Instandsetzung gerade mal zwei Tage heil geblieben sind, hat die Gemeinde kapituliert: „Wir tendieren dazu, die Leuchten künftig nicht mehr instand setzen zu lassen“, sagt Hauptamtsleiter Gerald Stoll. Und das, obwohl extra robuste Leucht-Stelen eingebaut wurden. Die Täter blieben jedes Mal unerkannt.

Weil nichts gegen die blinde Zerstörungswut hilft und die Instandsetzung jedes Mal viel Steuergeld verschlingt, hat die Gemeinde Köngen beim Landratsamt prüfen lassen, ob die Brücke überhaupt beleuchtet werden muss. Dieser Tage hat das Landratsamt geantwortet: Nach dem Straßenverkehrsrecht muss sie nicht zwingend beleuchtet werden. Dies ist lediglich in geschlossenen Ortschaften vorgeschrieben, erläutert Stoll die rechtliche Lage. Weil sich die Ulrichsbrücke aber außerhalb befindet, steht dem Vorhaben nichts im Weg. „Es ist allerdings noch nicht endgültig entschieden, ob wir diesen Schritt gehen werden“, erklärt der Hauptamtsleiter. „Wir möchten dazu noch den Gemeinderat hören.“

Mit der anvisierten Lösung ist Gerald Stoll allerdings auch nicht glücklich. Denn die Leidtragenden seien in jedem Fall die Bürger. „Es ist traurig, dass wir als letzte Möglichkeit nur haben, uns auf die Rechtslage zurückzuziehen“, so Stoll. Gaby Kiedaisch