Zwischen Neckar und Alb

Umbau der Klinik wird teurer

Umnutzung Die Kreisverwaltung will ins ehemalige Plochinger Krankenhaus einziehen. Die Kosten steigen auf 20,4 Millionen.

Plochingen. Mehr als eine Überraschung hat der seit 2015 laufende Umbau des ehemaligen Plochinger Krankenhauses gebracht. Anfangs als Kombi aus Gesundheitscampus und Kreisverwaltung geplant, läuft inzwischen die Umwandlung in einen reinen Behördenbau, in dem 250 bis 280 Arbeitsplätze entstehen sollen. Mit den Plänen haben sich die Kostenschätzungen verändert: Schadstoffe und schlechte Bausubstanz trieben den Preis nach oben. Die Schätzung beläuft sich nun auf 20,4 Millionen Euro. Dennoch spricht die Verwaltung von günstigem Büroraum.

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Der Esslinger Kreistag musste vor der Sommerpause eine überplanmäßige Auszahlung von 3,8 Millionen Euro im Etat 2018 genehmigen. Die Verwaltung legte dazu die von der Fraktion der Freien Wähler geforderte Übersicht von Planung, Kosten und Personaleinsatz vor. 11,3 Millionen Euro wurden seit 2016 verbaut, veranschlagt waren 8,1 Millionen. Für die Kostensteigerung werden etliche Gründe aufgelistet: Schadstofffunde in allen Bauabschnitten, umfangreicher Brandschutz, ungeplante Arbeiten aufgrund des schlechten Gebäudezustands, Medienverbindung zur Esslinger Zentrale, WLAN-Ausstattung und schließlich die allgemeine Baupreissteigerung.

Trotz Kostensteigerung günstig

Trotzdem sieht die Verwaltung immer noch einen „sehr wirtschaftlichen Kostenkennwert“. Sie erhält den Quadratmeter Bürofläche für 1 360 Euro, für einen Büroneubau mittleren Standards zahle man heute 2 600 bis 3 000 Euro pro Quadratmeter. Allerdings haben Umplanung und Schadstoff-Sanierung zu „erheblichen Verzögerungen“ geführt. Die Abschnitte vier bis sieben (Kreisarchiv, Hochbauamt, Schulamt) sollen im September fertig sein, die Aufwärmküche und die Kantine wegen der Schadstoffe nicht vor Ende 2018.

Begonnen hatte die Operation im November 2014, als die Psychiatrie-Abteilung nach Kirchheim umzog. Damit war der Kampf der Plochinger um ihr Krankenhaus und eine 150-jährige Kliniktradition zu Ende. Das Haus sollte aber noch einem medizinischen Zweck dienen und zu einem „Gesundheits-Campus“ umgebaut werden. Die Kreiskliniken wollten mit ihrer Fortbildungs-Akademie und der Pflegeschule einziehen. Allerdings gaben sie das Konzept auf.

Für die Kreisverwaltung bot sich an, die alte Klinik als Außenstelle des Landratsamtes auszubauen und 250 bis 280 Arbeitsplätze einzurichten. Die Bauarbeiten dauern noch zweieinhalb Jahre. Anfang 2021 sollen Kreisarchiv und Vermessungsamt einziehen. Letzteres freut die Plochinger, denn bis zur Verwaltungsreform 2005 war die Stadt Sitz des Staatlichen Vermessungsamtes. Roland Kurz