Zwischen Neckar und Alb

Umzug in die „Chefetage“

Amtsantritt Am Freitag hat Nürtingens neue Bürgermeisterin Annette Bürkner als Nachfolgerin von Claudia Grau ihr Büro im Rathaus bezogen. Von Anneliese Lieb

Erster Arbeitstag für Bürgermeisterin Annette Bürkner im neuen Büro Foto: Jürgen Holzwarth
Erster Arbeitstag für Bürgermeisterin Annette Bürkner im neuen Büro Foto: Jürgen Holzwarth

Jetzt ist es ganz offiziell: Seit 1. Juni ist Annette Bürkner Bürgermeisterin der Stadt Nürtingen. Am 17. April wählte der Nürtinger Gemeinderat die Diplom-Verwaltungswirtin zur Nachfolgerin der im Januar verstorbenen Bürgermeisterin Claudia Grau. Am Freitag bezog Annette Bürkner ihr neues Büro.

Im Kurzurlaub hat sie in den zurückliegenden Tagen Energie getankt, um sich mental gut vorbereitet der neuen Herausforderung zu stellen. Der Arbeitstag begann für Annette Bürkner freilich nicht viel anders als in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren. Als Leiterin des Amtes für Bildung, Soziales und Familie stand ihr Schreibtisch bisher schon im Nürtinger Rathaus. Jetzt ist sie von der Mönchstraße in die „Chefetage“ umgezogen und hatte am Freitag auch die erste Dienstbesprechung mit OB Heirich.

Was man von der 56-Jährigen erwarten darf, und was sie sich vorgenommen hat, zeigte sie schon bei der Bewerbervorstellung im April auf. Nürtingen brauche dringend bezahlbaren Wohnraum, und deshalb sollte zügig eine Entscheidung in Sachen Wohnungsbaugesellschaft (GmbH oder Eigenbetrieb) getroffen werden. Vorantreiben will sie zusammen mit dem Gemeinderat den Ausbau von Krippen- und Kindergartenplätzen und eine Schulentwicklungsplanung und ein Schulsanierungskonzept zeitnah erarbeiten. Für unverzichtbar hält sie auch Bildungseinrichtungen wie etwa die Musik- und Jugendkunstschule.

Die Quartiersentwicklung sieht Annette Bürkner als einen möglichen Ansatz, den besonderen Anforderungen zum Thema Alter künftig zu begegnen. Altersarmut und Vereinsamung seien Themen, denen Nürtingen die nötige Aufmerksamkeit schenken müsse. „Die Nürtinger Bevölkerung wird aber nicht nur älter, sondern auch bunter und individueller“, so Bürkners Ausblick. Die Integration zuwandernder Menschen werde zu einer Daueraufgabe werden, die man nachhaltig gestalten müsse.

Als wichtige Aufgabe der Zukunft sieht Bürkner für Verwaltung und Gemeinderat, Schwerpunkte zu setzen, kreative Lösungen zu suchen und auch schmerzhafte Einschnitte vorzunehmen. Nur im Dreiklang von Verwaltung, Bürgerschaft und Gemeinderat könnten auch vor dem Hintergrund der kleiner werdenden finanziellen Spielräume die großen Themen und Projekte bewegt werden. „Es braucht Transparenz und Offenheit, gegenseitiges Vertrauen, Wertschätzung und Respekt, wenn wir gemeinsam unsere Stadt zukunftssicher gestalten wollen“, so Annette Bürkner in ihrer Vorstellungsrede.

Viele Nürtinger Themen sind Annette Bürkner längst vertraut. Es werde aber auch noch neue Aufgaben geben, mit denen sie konfrontiert werde, sagte sie an ihrem ersten Arbeitstag. Denn nicht nur Bildung, Soziales, Kultur und Sport gehören zum Aufgabenbereich der Bürgermeisterin, auch Ordnung und Sicherheit kommen dazu. „Mein Anspruch ist, mich in die Themen mit einer gewissen Tiefe einzuarbeiten.“

Ihr Augenmerk wird sie in den nächsten Wochen aber auch noch auf das Amt für Bildung, Soziales und Familie richten, denn eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger muss erst gefunden werden. Die Stellenausschreibung ist erfolgt. „Erste Bewerbungen liegen vor“, so Bürkner.

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