Zwischen Neckar und Alb

Verfolgungsjagd hat Anwohner in Schock versetzt

Verkehr Der Polizei-Einsatz in Reichenbach hat Spuren hinterlassen. Verletzte Polizistin ist aber außer Lebensgefahr.

Eine Routinekontrolle endete nach einer wilden Fahrt mit einem Unfall. Foto: SDMG/Kohls
Eine Routinekontrolle endete nach einer wilden Fahrt mit einem Unfall. Foto: SDMG/Kohls

Reichenbach. Nichts deutet in der Reichenbacher Karlstraße mehr auf die schwere Kollision eines VW Passats mit einem Polizeifahrzeug hin. Direkt am Schulzentrum, an der Brücke, wo die Karlstraße über den Lützelbach führt und in die Neuwiesenstraße übergeht, hatte am vergangenen Mittwochnachmittag eine wilde Verfolgungsjagd ihr Ende gefunden. Zwei Schwerverletzte und 70 000 Euro Schaden waren das Resultat der wahnsinnigen Fahrt.

Gegen 16.10 Uhr hatte nach Angaben der Polizei ein 36-jähriger Passat-Fahrer vor einer Verkehrskontrolle in Uhingen Gas gegeben und flüchtete mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit über die B 297 zuerst nach Kirchheim und später nach Wernau. Die Polizei nahm mit mehreren Streifenwagen die Verfolgung auf, auch ein Helikopter war im Einsatz. Während der Flucht verursachte der VW-Lenker nach derzeitigem Stand sieben weitere Verkehrsunfälle. Dann erreichte er Reichenbach.

Gegen 16.30 Uhr setzte Daniela Perez gerade ihr Kind ins Auto, gegenüber des Schulzentrums in Reichenbach. Dann raste der schwarze Passat vorbei. „Ich habe gesehen, wie das Fahrzeug die Neuwiesenstraße Richtung Siegenberg hochfährt“, berichtet sie. „Oben muss er gedreht haben, denn er kam wieder heruntergefahren. Kurz vor der Brücke über den Lützelbach prallte er dann mit dem Polizeiauto zusammen. Ich stand bei dem Unfall quasi daneben.“

Bei der Kollision wurde eine 35-jährige Polizeibeamtin auf dem Fahrersitz eingeklemmt, sodass sie von der Feuerwehr befreit werden musste. Sie wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Ihr 24-jähriger Kollege auf dem Beifahrersitz überstand den Unfall unverletzt.

Nach Polizeiangaben schwebt die Beamtin aber nicht in Lebensgefahr. Sie sei schwer verletzt und müsse noch einige Tage stationär behandelt werden. Auch der Täter habe schwere Verletzungen erlitten. Er wurde am Unfallort vorläufig festgenommen und später in ein Krankenhaus gebracht. Dort müsse er voraussichtlich noch einige Zeit bleiben. Die Unfallaufnahme und die Sperrung der Karlstraße dauerten bis in die Abendstunden.

Die Polizei hat mittlerweile bekannt gegeben, dass der Raser keine Fahrerlaubnis besaß. Ob das der Grund für seine Flucht war, ist derzeit noch nicht geklärt. Die Verfolgungsjagd hallt nach: Ein Anwohner aus Reichenbach beklagte sich darüber, dass die Polizei bei der Verfolgungsjagd nicht zimperlich vorgegangen sei und sogar die Gefährdung von Fußgängern auf Gehwegen in Kauf genommen habe.Dominic Berner

5 Zeugen werden gebeten, sich unter folgender Nummer zu melden: 07 11/3 99 04 20

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