Zwischen Neckar und Alb

Verkehrsverein will hoch hinaus

Tourismus Der Verkehrsverein ist bestrebt, den Landstrich zwischen Neckar und Albhochfläche touristisch zu erschließen. Thema 2017: Aufstiege. Von Volker Haußmann

Schöne Ausblicke von oben wie diesen soll mit dem Jahresmotto „Aufstiege“ ermöglicht werden. Doch das Motto kann auch anders int
Schöne Ausblicke von oben wie diesen soll mit dem Jahresmotto „Aufstiege“ ermöglicht werden. Doch das Motto kann auch anders interpretiert werden: Beispielsweise im Sinne eines Karriereaufstiegs, wie beim Beurener Christian Gentner.Foto: pr

Seit 2015 ist jedes Jahr eine andere der 18 im Verkehrsverein Teck-Neuffen (VVTN) vertretenen Kommunen an der Reihe, ein Veranstaltungsprogramm auf die Beine zu stellen. Nach Kirchheim mit „Wanderwochen am Albtrauf“ und Wendlingen mit „Kunst an besonderen Orten“ ist nun Nürtingen dran - mit „Aufstiege“. Um die Pressevertreter auch physisch auf das Thema einzustimmen, fand die Vorstellung des aktuellen Programms im Turmzimmer der Nürtinger Stadtkirche statt. 189 Stufen sind es bis ganz oben - ein strammer Aufstieg, der natürlich auch im VVTN-Programm seinen Niederschlag gefunden hat.

Thematisch lehne sich „Aufstiege“ an das gleichnamige Lichtkunstfestival an, das im September letzten Jahres unter anderem Teile Nürtingens in ein besonderes Licht rückte, erklärte Oberbürgermeister Otmar Heirich, der seit 2016 für drei Jahre den Vorsitz des Verkehrsvereins innehat. Dabei wurde der Begriff „Aufstiege“ durchaus weit gefasst und schließt alles mit ein, was sich auch noch im weitesten Sinne mit „aufsteigen“ assoziieren lässt.

Aufstiege auch metaphorisch

So können zum Beispiel markante Türme erstiegen werden - ergo kann man in Nürtingen den Turm der Stadtkirche erklimmen, in Kirchheim den Wasserturm besichtigen. Zahlreiche Freizeitangebote haben Wanderungen am Albtrauf zum Inhalt, wo üblicherweise zumindest zeitweise aufgestiegen wird. Auch Sonnenauf- und -untergänge fallen thematisch unter „Aufstiege“ und finden sich, eingebunden in eine Wanderung oder einen Spaziergang, im Programm wieder.

Des Weiteren werden unter anderem der Aufstieg des Segelflugsports auf der Hahnweide, der Aufstieg eines Industrieunternehmens von bescheidenen Anfängen zur Weltfirma (Metabo), der Aufstieg eines Bauerndorfs zum Kurort (Beuren), der Aufstieg eines Kickers aus Beuren zum Bundesligaprofi (Christian Gentner) oder der Aufstieg Kirchheims zur Landesfestungsstadt thematisiert und in Freizeitangebote eingebunden. Damit, so Heirich, wollte man die vielen Facetten des Begriffs „Aufstiege“ dokumentieren. Da darf natürlich ein Rückblick auf das Lichtkunstfestival „Aufstiege“ nicht fehlen. Großformatige Fotografien des Fotografen Frank Kleinbach werden an mehreren Terminen im Turmaufgang der Stadtkirche gezeigt.

Insgesamt sind es 45 verschiedene Freizeitangebote - neben Wanderungen und Stadtführungen sind unter anderem auch Vorträge, Gesprächsveranstaltungen oder Filmvorführungen vorgesehen - die die Nürtinger Tourismusfachfrau Jasmin Kühnle zu einem vielfältigen Programm zusammengetragen hat. Dabei sei sie laut Heirich auf die Zuarbeit und Vorschläge der anderen Vereinskommunen angewiesen gewesen.

Der Zeitraum, in dem sich das Ganze abspielt, erstreckt sich vom 1. März bis 31. Mai. Ein Teil der Freizeitangebote ist kostenlos, für manche Veranstaltungen wird eine Teilnehmergebühr erhoben, auch ist manchmal eine Anmeldung erforderlich. Detaillierte Informationen zu den Freizeitangeboten findet man in der Broschüre „Aufstiege“, die in allen Rathäusern der Verkehrsvereins-Kommunen ausliegt. Die Stadtverwaltung Nürtingen schickt die Broschüre auf Nachfrage auch gerne zu. Anmelden kann man sich jetzt schon und jeder, der sich anmeldet, nimmt automatisch an einer Verlosung teil. Dem Sieger winkt auch ein Aufstieg - in Form eines Gleitschirm-Tandemflugs.

In den Rathäusern liegen überdies Fotopostkarten aus, die man an Leute verschicken kann, denen man gerne Lust auf einen Besuch am Albtrauf machen wollte. Tatsächlich richtet sich das Freizeitangebot des Verkehrsvereins nicht nur an die Einheimischen, sondern mindestens ebenso an Besucher von außerhalb.

Anziehend bis Ludwigsburg

Laut Heirich stammen einer Erhebung zufolge zahlreiche Besucher aus dem weiteren Umkreis, der sich bis Backnang oder Ludwigsburg erstreckt. Dabei handle es sich überwiegend um Tagesgäste. Damit die Angebote des Verkehrsvereins auch bei dieser Klientel ankommen, werde die Broschüre auch über die Region vermarktet. Außerdem habe man bei der Tourismusmesse CMT fleißig die Werbetrommel gerührt.

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