Zwischen Neckar und Alb

Vermarktung wird nicht einfacher

Trotz guter Ernte machte Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck 2015 weniger Umsatz

Die Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck blickte auf das Geschäftsjahr 2015 zurück. Zudem gab es Vorstandswahlen und Mitgliederehrungen.

Aufsichtsratvorsitzender Wolfgang Schmidt (Zweiter von links) und Vorstandsvorsitzender Jürgen Buck (rechts) mit den Jubilaren.
Aufsichtsratvorsitzender Wolfgang Schmidt (Zweiter von links) und Vorstandsvorsitzender Jürgen Buck (rechts) mit den Jubilaren. Foto: Lara Schüttler

Neuffen. „Der Jahrgang 2015 war, weinbaulich gesehen, ein verhältnismäßig problemloses Jahr.“ Mit diesen Worten eröffnete Vorstandsvorsitzender Jürgen Buck die Generalversammlung für das vergangene Geschäftsjahr der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck. Wettertechnisch war das Jahr 2015 für die Weinbauern optimal: Genügend Feuchte im Winter, ein trockener, warmer Frühling und heiße Sommermonate förderten eine rasche und gleichmäßige Entwicklung der Reben. Und auch von den Eisheiligen, Unwettern sowie der Kirschessigfliege wurde der Jahrgang verschont. Dies führte zu einer „ausgezeichneten Aromaentwicklung der Trauben“, resümierte Buck. Folglich erreichten die Weine bei der sensorischen Prüfung der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft den zweiten Platz, nachdem 2014 sogar der erste Rang belegt wurde.

Mit der Ausbeute des vergangenen Jahres zeigte sich der Vorstandsvorsitzende sehr zufrieden. 256 000 Kilogramm Trauben wurden 2014 angeliefert, 269 000 Kilogramm waren es im vergangenen Jahr – auch mit einem höheren Mostgewicht. So konnten insgesamt über 200 000 Liter Wein abgefüllt werden. Außerdem betonte Buck, dass die „Lagerbestände noch nicht üppig sind“, eine hohe Qualität aber ohnehin im Vordergrund stehe.

Im Verkauf hingegen musste die Genossenschaft im Jahr 2015 einen leichten Rückgang verzeichnen – im Absatz um 2,7 Prozent und beim Umsatz um 0,4 Prozent. Grund sei die rückläufige Nachfrage in ganz Deutschland. Mit einem Minus von fünf Prozent traf es die deutschen Sorten besonders hart. „Bei der Vermarktung der Weine wird es nicht einfacher“, so Buck. Des Weiteren sinke die Nachfrage nach Weinen in der Ein-Liter-Flasche. Gut verkaufen sich aber weiterhin die beiden Spätburgunder Blanc de Noir und Weißherbst, sweet rosé und die zwei K8-Weine. Ebenfalls gut angenommen werde der Glühwein.

Begeistert war Buck über die zahlreiche Teilnahme der Weinbaugenossenschaft an den vielen verschiedenen Veranstaltungen. Er erwähnte die Ehepaare Schmidt und Heinickel, die den Ausschankwagen im Neuffener Weinberg betreuen. Anschließend berichtete Aufsichtsratvorsitzender Wolfgang Schmidt über gemeinsame Entscheidungen von Vorstand und Aufsichtsrat. Geschäftsführerin Christine Anhut stellte die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres vor.

Mitglied Helmut Pfänder leitete die offene Abstimmung über die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates, der einstimmig zugestimmt wurde. Ebenso einstimmig wurden Gerhard Knapp und Dieter Deeg wieder in den Vorstand gewählt, nachdem sie turnusmäßig ausgeschieden waren. Dasselbe galt für Aufsichtsratmitglied Rainer Mack.

Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden Karl Bahr, Erhard Gneiting, Karl Kürner, Anneliese Kiehlneker, Rose Lude, Georg Rothweiler, Klaus Schaich und Walter Schnizler geehrt. 40-jährige Treue zum Verein feierten Fritz Hartmann aus Neuffen und Erwin Schur aus Kappishäusern – stolze 50 Jahre sind es bei Ludwig Buck aus Beuren, Helmut Franz aus Balzholz und Gert Kiehlneker aus Neuffen.

Anschließend gab Jürgen Buck einen kleinen Ausblick auf den aktuellen Jahrgang. Anders als im vergangenen Jahr haben die Weingärtner 2016 erheblich mit der Kirschessigfliege zu kämpfen. Die Ernte soll am 20. September beginnen.

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