Zwischen Neckar und Alb

Viele Besucher huldigen Keltenfürstin

Ausstellung Auch die zweite Schau zum Geheimnis der Keltenfürstin war ein voller Erfolg. Über 6 000 Leute kamen zum Heidengraben, um sich die Relikte aus der Keltenzeit anzuschauen. Von Thomas Krytzner

Im Juni besuchte Regierungspräsident Klaus Tappeser (links) mit den Bürgermeistern Sigmund Ganser (Mitte) und Wolfgang Deh die A
Im Juni besuchte Regierungspräsident Klaus Tappeser (links) mit den Bürgermeistern Sigmund Ganser (Mitte) und Wolfgang Deh die Ausstellung. Foto: Thomas Krytzner

Sorgte die Ausstellung um das Geheimnis der Keltenadligen letztjährig für über 13 500 Besucher, waren es in den zwei Pfingstwochen und den vier Wochenenden in diesem Jahr über 6 000, die sich von den uralten Relikten aus der Keltenzeit auf einer Zeitreise der besonderen Art begleiten ließen.

Für den Hülbener Schultes, Sigmund Ganser, zählten nicht nur die erfreulich hohen Besucherzahlen, sondern die Gespräche mit den Interessierten am Heidengraben. An der Ausstellung waren auch die beiden Gemeinden Erkenbrechtsweiler und Grabenstetten beteiligt. Nebst der Ausstellung auf dem Sportgelände Rietenlau gab es ein Gesamtprogramm, das bei den Gästen aus nah und fern sehr gut ankam, wie Ganser berichtete.

Mit dem Landesamt für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart konnte die nicht nur historisch wertvolle Ausstellung für Besucher geöffnet werden. Für Gerd Stegmaier war die Organisation in diesem Jahr ein Wagnis: „Da schon 2016 so viele Geschichtsinteressierte nach Hülben kamen, war es schon ein Risiko, die Ausstellung noch einmal zu zeigen. Doch der Plan ging auf, wie man an den Besucherzahlen sieht.“ Er bezeichnet den Heidengraben als wichtigen Bestandteil der Schwäbischen Alb. „Das historische Erbe des Biosphärengebietes ist mannigfaltig.“ Er denkt dabei an die vielen keltischen Kunststätten im Gebiet der Schwäbischen Alb. Nun sei ein gewaltiges Gastspiel ausgeklungen, erklärt Gerd Stegmaier. „Der Dialog mit den Besuchern intensivierte sich in diesem Jahr. Es ist uns gelungen, die Region am Heidengraben über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen.“ Er freut sich, dass auch die Zahl der verkauften Tourismusführer gestiegen ist.

Mit dem Ende der Ausstellung sei aber nicht Schluss, versprechen Ganser und Stegmaier. Künftig wird es in regelmäßigen Abständen neu aufzubauende Anlässe geben, wobei die drei Gemeinden Hülben, Erkenbrechtsweiler und Grabenstetten die Organisation gemeinsam stemmen wollen. „Das liegt auch an unserem Projekt, dem Kelten-Erlebnispfad“, erklärt Ganser. Momentan sei man an der Konzeptausarbeitung mit einem Planungsbüro. „Der Entwurf soll Ende Juli fertig sein.“

Das Datum der Eröffnung steht gemäß dem Ortschef allerdings noch nicht fest, „spätestens 2019 wollen wir den Pfad der Öffentlichkeit übergeben.“ Ziel ist es, Impulse für die drei Orte und die Umgebung zu setzen. „Die Investition soll Antrieb für den Tourismus sein, wir brauchen zum Beispiel mehr Gästebetten in der Region.“ Gerd Stegmaier pflichtet dem Schultes bei: „Dieses Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass wir Schritt für Schritt vorwärtsgehen.“ Das ist auch nötig, wie der Ausgrabungslehrer bestätigt: „Die Kelten und ihre Zeitgeschichte sind ein zähes Kulturobjekt. Da dauert es länger, um erfolgreich zu sein. Die Ergebnisse der letzten Jahre sind durchaus positiv.“ Er spielt damit auf die nächsten geplanten Ausgrabungen an. „Den Heidengraben zu verstehen und zu erforschen, ist eine komplexe Angelegenheit.“ Sein Plan ist es, den gesamten Heidengraben geomagnetisch zu untersuchen.

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