Zwischen Neckar und Alb

Viele wollen den Brandopfern helfen

Hilfe Die Ursache für den Wohnhausbrand in Altbach ist weiter unklar. Die Hilfsbereitschaft in der Gemeinde ist groß.

Altbach. Wie hat dieses Unglück passieren können? Zumindest in Altbach ist das seit dem vergangenen Wochenende die vermutlich meistgestellte Frage. Dass bei einer Heizöllieferung ein ganzes Haus ausbrennen kann, schockiert. Zunächst kam es beim Betanken des Heizöltanks in einem Einfamilienhaus in der Kirchstraße zu einer Verpuffung, dann stand plötzlich nicht nur der Kellerraum in Flammen, sondern schnell auch das komplette Gebäude. Ob tatsächlich eine zerborstene Bauleuchte der Auslöser war, wie zunächst vermutet, ist fraglich. Heizöl gilt zwar als feuergefährlich, aber nicht als explosiv. Bislang sei alles Spekulation, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen.

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Zum Schaden gibt es erste Aussagen. Nach Schätzungen der Polizei beträgt er um die 300 000 Euro. Von dem alten Fachwerkhaus ist nicht mehr viel übrig. Weil die Gefahr bestand, dass sich nach dem Löschen des Feuers noch Glutnester im Gebäude befinden, entschied die Einsatzleitung, das Dach abzutragen, und wegen Einsturzgefahr auch die frei stehende Giebelwand einzureißen. Das habe man wegen der Gefährdung des Verkehrs machen müssen, sagt Bürgermeister Martin Funk. Zum Gesundheitszustand der drei Verletzten gibt es nur vage Aussagen. Das in dem Haus wohnende Ehepaar, 73 und 68 Jahre alt, und der 49-jährige Tanklasterfahrer befänden sich in stationärer ärztlicher Behandlung, so der Reutlinger Polizeisprecher.

Das Unglück hat in Altbach eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Viele hätten im Rathaus angerufen und ihre Unterstützung angeboten, berichtet Bürgermeister Funk. Derzeit prüfe man, ob ein Spendenkonto für die obdachlos gewordene Familie eingerichtet werden soll. „Auch als Gemeinde werden wir alles tun, um dem Ehepaar zu helfen.“ Funk spricht von einem „schweren Schicksalsschlag. Da ist ein großer Teil des Lebens verbrannt.“ Das wegzustecken, sei außerordentlich schwer.

Große Solidarität mit den Opfern erlebt auch der evangelische Ortspfarrer Gunter Weiß. Er ist durch die Brandkatastrophe aus dem Bett gerissen worden. Im Gottesdienst habe er am Abend Fürbitten für die Verletzten und die vielen Helfer gesprochen. Danach sei eine Frau zu ihm gekommen und habe ihm für die Opfer zehn Euro in die Hand gedrückt. „Großen Respekt“ zollt der Bürgermeister den vielen Einsatzkräften. „Ihre Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen.“

Für viele sei das eine psychische Belastung gewesen. „In so einer kleinen Gemeinde kennt man die Leute und leidet mit.“ Bemerkenswert findet Funk, dass die Kooperation mit den benachbarten Feuerwehren, dem THW und dem Roten Kreuz hervorragend geklappt hat. Harald Flößer

Info Die Gemeinde hat bei der Altbacher Bank ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN: DE34611913100601145011, Verwendungszweck: Brand in der Kirchstraße