Zwischen Neckar und Alb

Virtuell gibt es die Grillstelle im Museumsdorf schon

Projekt Berufsschüler arbeiten an einem Bauwerk für das Freilichtmuseum. Rotarier spenden dafür 30 000 Euro.

So soll die Grillstelle einmal aussehen.Foto: Thomas Krytzner
So soll die Grillstelle einmal aussehen.Foto: Thomas Krytzner

Beuren. Gute Aussichten für Familien, die sich im Freilichtmuseum Beuren selbst verpflegen wollen: Das Museumsdorf bekommt eine Grillstelle. Die Idee dazu stammt von Mitgliedern des Rotary Clubs Nürtingen-Kirchheim. Gebaut wird die Grillstelle von Schülern des dualen Berufskollegs der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen.

Bei den Vorbereitungen zum Bau der Grillstelle im Museumsdorf kam hochmoderne Technik zum Einsatz, zum Beispiel die Building-Information-Modeling-Technik (BIM), also softwaregestützte 3-D-Bauwerksplanung. Unterstützt wurden Schüler und Lehrer von externen Firmen. Eine davon hatte eine Drohne im Gepäck, die die Topografie der Grillstelle erfasste. Die Aufnahmen des achtmotorigen Fluggeräts wurden dann mit den bereits erstellten Plänen der Schüler „verheiratet“. So entstand ein digitaler Zwilling: Wer wollte, konnte sich mithilfe einer Virtual-Reality-Brille dort jetzt schon umsehen. Während Schüler, Lehrer und Landrat einen ersten virtuellen Blick auf das geplante Bauwerk warfen, bereiteten Schüler aus der Inklusionsklasse der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule mit ihrer schuleigenen Firma „Snack and Service“ beim Vor-Ort-Termin im Museum verschiedene Köstlichkeiten zu. Die Grillstelle soll als ganzheitliches Unterrichtsprojekt nach den Sommerferien gebaut werden.

Einen Nutzen für alle schaffen

„Die Rotarier wollen in der Region sichtbar sein“, ging Rotary-Chef Rainer Reichhold auf die Hintergründe ein. Der Landkreis und die Berufsschulen wollten sich gesellschaftlich engagieren und einen Nutzen für alle schaffen. 30 000 Euro haben die Rotarier aus Nürtingen und Kirchheim für die Grillstelle zur Verfügung gestellt, und Rainer Reichhold versprach den angehenden Handwerkern der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule: „Wenn es Bagger oder Lastwagen braucht - wir unterstützen bei der Organisation.“ Für Landrat Heinz Eininger ist der Start des Projektes „Grillstelle“ von großer Bedeutung. „Wir sind am richtigen Ort“, stellte er fest, „inmitten historischer Häuser.“ Das Vorhaben begleite ihn zwar schon länger. Nun sei aus einem einst noch handfesten analogen Projekt ein digitales geworden. Der Landkreis treibe die Digitalisierung derzeit ohnehin in allen Schulbereichen voran und stelle dafür erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung.

Heinz Eininger bezeichnete den Bau der Grillstelle als hervorragende Möglichkeit, um für das Handwerk zu werben: „So zeigen wir, dass Handwerk klasse ist und einen hohen Anspruch hat. Es ist wichtig, dass die Betriebe weiterhin Auszubildende finden.“ Seiner Meinung nach tut Fortschritt der Branche gut: „Wer die Digitalisierung in die Bauberufe einziehen lässt, generiert eine Win-win-Situation.“

Für der Leiter der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, Wolf Hofmann, sind Planung und Bau der Grillstelle im Freilichtmuseum ein Hoffnungsschimmer. „Viel zu wenig Schüler kennen das duale Berufskolleg“, bedauert er. Dabei biete es große Vorteile: Nach der dreijährigen Bauausbildung sind bereits die Voraussetzungen für ein Studium geschaffen. Wer das Berufskolleg absolviert, hat nämlich auch die Fachhochschulreife in der Tasche.Thomas Krytzner

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