Zwischen Neckar und Alb

Vom Baggerbiss zum Imbiss

Neubau Ab sofort rollen die Bagger auf dem Nürtinger Säer: Der Landkreis Esslingen baut die Albert-Schäffle-Schule neu. Rund 28 Millionen Euro wird der Neubau der beruflichen Schule kosten. Von Uwe Gottwald

Bediente souverän den Bagger: Landrat Heinz Eininger beim Auftakt zum Neubau der Albert-Schäffle-Schule. Foto: Jürgen Holzwarth
Bediente souverän den Bagger: Landrat Heinz Eininger beim Auftakt zum Neubau der Albert-Schäffle-Schule. Foto: Jürgen Holzwarth

Es ist eine der größten Investitionen der letzten Jahre in eine berufliche Schule im Kreis Esslingen. „Damit unterstreichen wir den hohen Stellenwert unseres beruflichen Schulwesens“, sagte Landrat Heinz Eininger beim Baggerbiss für die neue Albert-Schäffle-Schule auf dem Nürtinger Säer. Der Neubau ist notwendig, weil das rund 45 Jahre alte Gebäude erhebliche Defizite bei Statik und Brandschutz aufweist.

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Die Palette der Schularten reicht von kaufmännischen Berufsschulen über Fachschulen für Bildungsabschlüsse wie mittlere Reife und Hochschulreife bis hin zum Wirtschaftsgymnasium. Jungen Menschen biete man mit der großen Bandbreite an Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten Chancen zu einem Einstieg ins Berufsleben nach ihren individuellen Fähigkeiten, sagte Heinz Eininger. Mit einem Seitenhieb auf Pläne der Stadt Esslingen, an Gemeinschaftsschulen gymnasiale Oberstufen einzurichten, warb er für das berufliche Schulwesen: „Dieses Vorhaben ist unnötig, im Kreis gibt es genügend Möglichkeiten.“ Rund die Hälfte der Studierenden im Land käme mit Abschlüssen aus beruflichen Schulen. 

Das neue Gebäude entsteht in der Nachbarschaft der beruflichen Fritz-Ruoff-Schule und der Säer-Sporthalle. „Damit verfolgen wir den Campus-Gedanken weiter“, so Eininger, der Synergieeffekte zwischen den Schulen hervorhob. In rund anderthalb Jahren werden in dem Neubau 22 Unterrichtsräume, acht Prüfräume, zwei Multifunktionsräume, zwei Räume für Ganztagsklassen sowie EDV-, Physik- und Biologieräume zur Verfügung stehen, die bei Bedarf auch von der Fritz-Ruoff-Schule genutzt werden können. Das alte Gebäude wird abgerissen. Der Neubau, erstellt von der regional verankerten Firma Wolff & Müller zu einem Festpreis von 27,8 Millionen Euro, wird vom Land mit 5,3 Millionen Euro bezuschusst.

Nürtingens Technischer Beigeordneter Andreas Neureuther überbrachte Grüße des erkrankten Oberbürgermeisters Otmar Heirich. Neureuther bezeichnete die Albert-Schäffle-Schule als „unverzichtbaren Bestandteil der Bildungslandschaft Nürtingens“. Die Stadt pflege als Schulträger den Ruf als Schulstadt mit zahlreichen Bildungseinrichtungen. Deshalb sei er sehr erfreut, dass der Kreis mit dem Neubau einen weiteren Meilenstein in dieser Geschichte setze. Am Neubau pries Neureuther dessen umwelttechnische Innovationen: „Damit wird nahezu CO2-Neutralität erlangt.“ Auch füge sich der Baukörper mit seiner L-Form gut ein.

Schulleiter Thomas Gundelsweiler erinnerte sich an seine Freude über die Aufgabe bei seinem Amtsantritt vor zehn Jahren ebenso wie über den wenig später folgenden Schock nach der Hiobsbotschaft zur Bausub­stanz: „Wir hatten eigentlich mithilfe des Konjunkturprogramms einen Sanierungsplan erarbeitet, den wir beiseitelegen konnten.“ Umso größer sei die Freude darüber, ein neues Schulgebäude zu bekommen, in dem das gesamte Kollegium für eine Ausbildung auf hohem Niveau sorgen könne und wolle.

Nach den Wünschen für eine unfallfreie Bauzeit grub der Landrat die Zähne der Baggerschaufel mit gekonnten Steuerungsbefehlen in die Erde. Anschließend ging es ins alte Schulgebäude. Dort gab es einen von Schülern und Lehrern vorbereiteten Imbiss, dazu Musik von der Schulband.