Zwischen Neckar und Alb

Von Nürtingen aus in die ganze Welt

Radsport In der Bachhalde wird immer wieder an neuen Fahrradtechnologien gefeilt. Das Unternehmen Silverback hat dort seinen Hauptsitz. Von Henrik Sauer

Elena Retief und Produktionsleiter Erik Schlenker präsentieren seit 2014 verschiedene Fahrradmodelle im Ausstellungsraum in Nürt
Elena Retief und Produktionsleiter Erik Schlenker präsentieren seit 2014 verschiedene Fahrradmodelle im Ausstellungsraum in Nürtingen.Foto: Henrik Sauer

Seit 14 Jahren mischt die Firma Silverback als Marke im internationalen Fahrradgeschäft mit. Was allerdings nur wenige wissen: Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Nürtingen. Dort in der Bachhalde werden die Räder auch komplett montiert, ehe sie auf den Weg in insgesamt 53 Länder geschickt werden.

Als Deon Retief das Unternehmen 2004 in Kapstadt in Südafrika gründete, war sein Ziel, Fahrräder zu bauen, die dem Nutzer ein gutes Fahrgefühl und einen hohen Komfort bieten sollten. So erzählt es seine Frau Elena, die heute von Nürtingen aus das internationale Marketing leitet. Deon Retief war zuvor bereits etliche Jahre in der Branche tätig und hatte im Verkauf viel Erfahrung mit Fahrrädern gesammelt. Mit seiner eigenen Marke setzte er von Beginn an auf Innovation und eigene Entwicklungen, um Dinge nach seinen Vorstellungen zu verbessern.

Im Jahr 2010 wagte das Paar den Schritt nach Deutschland und landete in Nürtingen. In der Bachhalde fanden sie ein geeignetes Grundstück für ihr neues Hauptquartier. 2014 wurde der Neubau bezogen. Neben einem Ausstellungsraum befinden sich in dem architektonisch modernen Gebäude auch das Lager und die Montage. Vier Mitarbeiter sind hier beschäftigt, doch schon bald sollen fünf weitere Leute in der Montage hinzukommen. Für kommendes Jahr ist geplant, auch das Marketing personell auszubauen, dann speziell für die deutschsprachigen Länder.

Ziel: neue Technologien

Weltweit beschäftigt Silverback rund 40 Personen, davon etwa 15 Entwickler und Industriedesigner. Denn der Hersteller möchte sich vor allem über seine eigene Technologie definieren. „Wir investieren rund 200 000 Euro jedes Jahr allein in neue Rahmentechnologien“, sagt Elena Retief.

Auch auf Design legt man großen Wert. Für beides konnte das Unternehmen schon einige Preise entgegennehmen. Bei den Innovationen geht es dann zum Beispiel darum, wie das Sattelrohr flexibler im Rahmen integriert werden kann, um Schläge beim Fahren besser auffangen zu können, erklärt Erik Schlenker, Niederlassungs- und Produktionsleiter in Nürtingen.

Die Palette von Silverback umfasst rund 100 Modelle, vom Kinderfahrrad über Rennräder, Mountainbikes und Fatbikes bis hin zu Elektro-Fahrrädern. Verkauft wird über Händler, aber auch direkt an Privatkunden. Vertrieben werden die Fahrräder in mittlerweile 53 Länder, berichtet Retief. Neben einer Niederlassung in Kapstadt gibt es noch einen weiteren Standort in Ventura in Kalifornien. „Unsere Mitarbeiter kommen aus vielen Ländern“, sagt Elena Retief: „Dadurch bekommt man viele frische Ideen, denn die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen haben oft auf ein und dasselbe eine andere Sichtweise.“

Der Gorilla als Inspiration

Wer bei dem Namen „Silverback“ übrigens an Gorillas denkt, liegt damit richtig, bestätigt Erik Schlenker: Die gleichlautenden kräftigen und dominanten Tiere hätten bei der Namensgebung für die Fahrradmarke Pate gestanden.

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