Zwischen Neckar und Alb

Vorerst kein Carsharing in Wernau

Verkehr Gemeinderat lehnt Beteiligung am Stuttgarter „Stadtmobil“ ab. Hauptgrund ist der Mindestumsatz.

Carsharing-Auto mit Regina Selz
Carsharing-Auto in Kirchheim. Foto: Archiv

Wernau. Die Stadt Wernau wird vorerst nicht mit „Stadtmobil“ Stuttgart kooperieren. Die Mehrheit des Gemeinderats lehnte den Antrag der Fraktion WBL/JB ab, ein Carsharing-Modell zu unterstützen. Dies sei nicht wirtschaftlich, wenn die Stadt mit 8 000 bis 12 000 Euro jährlich in Vorleistung gehen müsse, lautete die Kritik. Bürgermeister Armin Elbl hatte die Beteiligung befürwortet.

Probeweise mit einem Opel Astra Kombi auf einem Stellplatz neben dem Quadrium beginnen, so hatte sich Elbl das Carsharing vorgestellt. Die Stadtverwaltung selbst, die momentan über einen Elektro-Smart, einen VW Golf und einen Mercedes Vito-Transporter verfügt, hätte das rote Stadtmobil-Gefährt täglich für vier bis fünf Stunden beansprucht. Den zehn Jahre alten Transporter könnte die Stadt dann den Vereinen zur Verfügung stellen - mit der Tagespauschale von 20 Euro hätte man die notwendige Vollkaskoversicherung abgedeckt.

Knackpunkt in der Debatte war der garantierte Mindestumsatz, den „Stadtmobil“ von Wernau erwartet. Jede private Nutzung des Gemeinschaftsautos würde zwar den Beitrag mindern, aber am Ende blieben wohl 8 000 bis 12 000 Euro an der Stadt hängen.

Die Kleinstadt Wernau stand nicht unbedingt oben auf der Prioritätenliste von Stadtmobil. Normalerweise werde man aktiv, wenn der Verein viele Mitglieder in einer Stadt habe, sagte Marketingvertreter Matthias Hartlieb. Allerdings wäre Wernau als Stützpunkt interessant, weil ab 1. April ein Fahrzeug in Plochingen stationiert werde und sich auch Kirchheim beteilige.

Stadtmobil ist 1992 als Verein gegründet worden, agiert seit dem Jahr 2000 als AG, hat aber immer noch etwa 70 ehrenamtliche Mitglieder. In Deutschland ist Stadtmobil die Nummer eins bei Carsharing. In der Region Stuttgart sind etwa 500 Fahrzeuge in 31 Kommunen stationiert. Sie werden von fast 10 000 Kunden benutzt - nach vorheriger Reservierung. „Wer verdient an diesem System“, fragte SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sieler misstrauisch. Dass die Stadt im Voraus zahlen müsste, um die Wirtschaftlichkeit herzustellen, gefiel ihm nicht. Auch CDU-Chef Jens Müller sah das so. Der Grundgedanke des Carsharing sei gut, aber die Stadt bürde sich eine Freiwilligkeitsleistung auf. Roland Kurz

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