Zwischen Neckar und Alb

Wann endlich kommt BAP?

Zeltspektakel Das Kernteam ist auch nach Jahrzehnten motiviert. Von Peter Dietrich

Das Kernteam des Wendlinger ZeltspektakelsFoto: Peter Dietrich
Das Kernteam des Wendlinger Zeltspektakels. Foto: Peter Dietrich

Wendlingen/Köngen. Am Anfang stand der Traum, BAP ins Zelt zu holen. Dieser Traum hat sich bislang nicht erfüllt, doch bisher 34 Zeltspektakel sind auch ohne die Rocker aus Köln eine beachtliche Leistung. Dahinter steckt ein engagiertes Kernteam, umgeben von ganz vielen Helfern.

Hervorgegangen ist das Zeltspektakel aus den Jugendhäusern in Köngen und Wendlingen. Doch nach neun Jahren sollte Schluss sein. Nichts da, befanden einige Leute und druckten T-Shirts mit einer Ankündigung des zehnten Zeltspektakels. „Dafür haben ein paar Verrückte einen Verein gegründet“, sagt Michael Pukrop alias Puki. Dass es „Zeltspektakel Wendlingen-Köngen“ auch noch ein Vierteljahrhundert später geben sollte, daran dachte damals noch keiner.

„Wir bleiben dran“, verspricht Puki im Hinblick auf BAP. Als die Kölner Gruppe die Schleyer-Halle füllte, sei der Traum vorübergehend entschwunden, doch er sei wiederauferstanden. Und immerhin sei Frontmann Wolfgang Niedecken ja schon mal solo im Zelt gewesen, zu einer Lesung. Den Rekord hält Grachmusikoff. Die Gruppe tritt dieses Jahr bereits das vierte Mal beim Zeltspektakel auf.

Für die Auswahl der Künstler sorgt eine Programmgruppe. Die Vorschläge werden dem Ausschuss vorgetragen. Das Team hatte schon Glück, wenn Künstler zwischen Buchung und Auftritt an Popularität zugelegt hatten. Guildo Horn war beim Zeltspektakel gut besucht, einige Monate später sang er beim Grand Prix.

Viele aus dem Team sind seit Langem dabei. Das gilt etwa für Karlheinz von Boetticher, der zum ersten Zeltspektakel 1983 als Besucher kam, ein Jahr später Mitarbeiter wurde und es bis heute geblieben ist. Es komme immer öfter vor, dass einem das Kreuz wehtue, räumt Esther Müllerschön ein, und Matthias Göltenboth gibt zu, dass das Team schon mal größer war. Doch das wird durch Professionalität wettgemacht. Die langen Zeltnägel werden nicht mehr mit dem Vorschlaghammer eingeschlagen, sondern mit dem elektrischen Rüttler - und mit dem Radlader wieder herausgezogen. Das Zelt ist größer geworden, fasst nun 650 Leute sitzend oder 850 Leute stehend. Dann ist Schluss, seit dem Unglück auf der Love Parade sind die Vorschriften streng geworden. Wie praktisch, dass mit Florian Rapp ein Meister der Veranstaltungstechnik Mitglied ist. Jeder hat seinen Bereich, nur die „Sponsorenwerbung“ ist unterbesetzt. Wichtig ist sie dennoch, denn das Zeltspektakel zielt regelmäßig gerade so auf die schwarze Null. Das geht nur dank Ehrenamt, rund 50 zusätzlicher Helfer und entgegenkommender Technikverleiher. So manches bleibt unvergesslich: 2002 gab es im Zelt eine Hochzeit, zehn Jahre später wurde bei „Auto, Auto“ zu Musik von Peter Tschaikowski ein Opel Kadett zerlegt. So günstig wie sonst keiner, das ist ihr Lohn, können die treuen Helfer das Zeltspektakel erleben: Zwei Abenden Arbeit stehen zwei Abende freier Eintritt gegenüber.

Programmübersicht

Donnerstag, 5. Oktober, 20 Uhr: Irische Nacht mit Moria, Beoga und Pigeons at the Gate
Freitag, 6. Oktober, 20 Uhr: SWR Big Band & Max Mutzke
Samstag, 7. Oktober, 20 Uhr: Grachmusikoff Abschiedstour 2017
Sonntag, 8. Oktober, 11 Uhr: Frühschoppen mit Kinderbasteln, der Eintritt ist frei.
Sonntag 8. Oktober, 19 Uhr: Maxi Schafroth, Faszination Bayern
Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen in Köngen und Wendlingen.

Anzeige