Zwischen Neckar und Alb

War es ein kaltblütiger Raubmord?

Polizei In Neuhausen findet der Pflegedienst eine getötete 84-Jährige.

Symbolbild

Neuhausen. Einen grausigen Fund hat am Dienstagfrüh kurz vor 8.30 Uhr die Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes in Neuhausen gemacht: Eine von ihr betreute Patientin lag leblos in ihrer Wohnung in der Lindenstraße. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Die 84 Jahre alte Frau sei eines gewaltsamen Todes gestorben, sagt Michael Schaal, der Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen, der sich wenige Stunden nach der Tat vor Ort ein Bild vom Geschehen macht. Vom geflüchteten Täter gibt es noch keine Spur.

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Vieles deutet auf einen Raubmord hin, denn die Wohnung ist durchwühlt. Ob etwas aus dem Besitz der Frau fehlt, steht noch nicht fest. Den bisherigen Ermittlungen zufolge war die 84-Jährige am Abend zuvor gegen 21 Uhr zuletzt lebend gesehen worden.

Mehr als zehn Kriminalbeamte der unmittelbar nach der Tat gebildeten Sonderkommission „Linde“ sind vor Ort, die meisten in Zivil. Vor dem Eingangsbereich des Hauses ist ein graues Zelt aufgestellt. „Das dient zur Spurensicherung“, erklärt der Polizeisprecher.

Nach ersten Untersuchungen des Gerichtsmediziners ist die Frau am Montagabend getötet worden. Einen genaueren Zeitpunkt will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben. Genauso gibt es keine Auskunft über den genauen Auffindeort der Leiche. Auch zur Frage, wie die Seniorin zu Tode kam, macht Polizeisprecher Schaal keine Angaben.

Auf jeden Fall gebe es keine Einbruchspuren. Das lässt Raum für Vermutungen: Möglicherweise hat die 84-Jährige selbst dem Täter die Tür geöffnet, oder der Eindringlich hat sich mit einem Schlüssel Zugang zur Wohnung verschafft. Die 40-köpfige Sonderkommission ermittelt in alle Richtungen, auch zu der Frage, ob es sich um einen Raubmord handelt, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des Polizeipräsidiums Stuttgart.

Eine Obduktion des Opfers soll nähere Aufschlüsse über das Geschehen und die Todesursache bringen. Harald Flößer