Zwischen Neckar und Alb

Weltoffenheit gegen Populismus

Parteitag Bürgerbündnis will dem AfD-Parteitag in der Nürtinger Stadthalle K3N eine bunte Zivilgesellschaft entgegenhalten.

In der Nürtinger Stadthalle K3N soll der AfD-Parteitag nun am 21. und 22. Januar stattfinden. Archiv-Foto: ntz
In der Nürtinger Stadthalle K3N soll der AfD-Parteitag nun am 21. und 22. Januar stattfinden. Archiv-Foto: ntz

Nürtingen. Jetzt ist es amtlich: Der Aufstellungsparteitag der AfD wird am Samstag, 21., und Sonntag, 22. Januar, in der Nürtinger Stadthalle K3N stattfinden. Die Verträge seien unterschrieben, sagte Oberbürgermeister Otmar Heirich. Derzeit arbeiteten Ordnungsamt und Polizei an einem Sicherheitskonzept für die Veranstaltung. Ob es ähnlich hohe Anforderungen wie bei der geplanten und jetzt abgesagten AfD-Veranstaltung in Esslingen geben wird, ist derzeit noch offen.

Wie berichtet, scheiterte in Esslingen ein Parteitag an den Sicherheitsanforderungen der Stadt: Dort wollte die AfD eigentlich am 18. und 19. Februar im „Neckar Forum“ tagen. Verwaltung und Polizei forderten unter anderem, dass die AfD nicht nur die Veranstaltungsräume schützt, sondern auch dafür Sorge trägt, dass der freie Zugang zur Tiefgarage und zum direkt angrenzenden Hotel gewährleistet bleibt. Von beiden Gebäuden gibt es mehrere Zugänge zum Veranstaltungsraum. Außerdem wurde dem Veranstalter auferlegt, das Gelände vor dem Forum zu sichern.

Roland Karpentier, Pressesprecher der Stadt Esslingen, bezeichnet das Sicherheitskonzept der Stadt angesichts der drohenden Proteste und befürchteten Sachbeschädigungen als angemessen. Bereits im Dezember, kurz nach der Ankündigung des Parteitags, sei die Fassade der Halle beschmiert worden. „Es wäre zwar sehr aufwendig gewesen, aber es war völlig notwendig“, so Karpentier.

In Esslingen formierte sich in den vergangenen Wochen eine breite Bürgerinitiative, die die Stadt als weltoffen, bunt und tolerant präsentieren wollte.

Dem eifern jetzt auch Nürtinger nach: Seit wenigen Tagen gibt es die Gruppe „Nürtingen bleibt bunt“, die seitdem um eine möglichst breite Unterstützung in der Bürgerschaft wirbt. „Wir wollen keine Gegendemonstration machen, sondern zeigen, wofür wir stehen“, sagt Michael Medla, einer der Gründer. Man wolle Nürtingen als vielfältig, bunt und weltoffen präsentieren. „Wir sind dabei bewusst überparteilich und überkonfessionell“, betont Medla. Jeder, egal welcher Religion oder politischen Richtung er angehöre, sei eingeladen, zu zeigen, was Nürtingen zu bieten hat. „Wir brauchen die AfD nicht, um bunt zu sein“, so Medla. In den kommenden Tagen seien Veranstaltungen geplant, um Unterstützer zu gewinnen. Man wolle dem Parteitag mit einem möglichst bunten Programm entgegentreten.Philip Sandrock

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