Zwischen Neckar und Alb

Wendlinger Rathaus platzt aus allen Nähten

Erweiterung Gemeinderat votiert mehrheitlich für einen Anbau. Sitzungssaal muss saniert werden.

Wendlingen. Nicht so wie von der Verwaltung favorisiert hat der Gemeinderat in Wendlingen der Erweiterung des Rathauses zugestimmt. Die Verwaltung hatte die Aufstockung des bestehenden Gebäudes favorisiert, doch der Gemeinderat votierte mit 13 zu acht Stimmen für den von den Freien Wählern gestellten Gegenantrag für einen zweigeschossigen Anbau.

Seit Jahren verschlimmert sich die angespannte Raumsituation im Wendlinger Rathaus. So gibt es kaum mehr Möglichkeiten außer dem Sitzungssaal des Gemeinderats, um Besprechungen in größerer Runde abzuhalten, seit der kleine Sitzungssaal vor einigen Jahren als Büro für Verwaltungsmitarbeiter herangezogen werden musste. Auch das frühere Standesamtszimmer wurde zum Dienstzimmer umgewandelt. Selbst die Kellerräume im Rathaus sind inzwischen von Mitarbeitern belegt. Und der bestehende Sozialraum reicht für 60 Mitarbeiter im Rathaus lange nicht aus. Ein dringendes Anliegen ist deshalb die Erweiterung des Gebäudes.

Als Grund für die entstandene Platznot nannte Bürgermeister Weigel die zusätzlichen Aufgaben der Stadtverwaltung, mit gleichzeitigem Personalzuwachs. Ein Großteil des Personalanstiegs entstand durch die Betreuung in Kindertagesstätten und der Grundschule, aber auch durch die Flüchtlingsunterbringung und die Digitalisierung des Rathauses. „Schon vorher waren wir an den Kapazitätsgrenzen“, verdeutlichte Weigel, „zudem sollten die Arbeitsplätze im Untergeschoss keine Dauereinrichtung sein.“

In der Sitzung stellte Professor Jörg Aldinger vom Büro Aldinger Architekten aus Stuttgart die Machbarkeitsstudie für die Erweiterung des Rathauses vor. Untersucht wurden zwei Varianten - die Aufstockung und ein Anbau. Jörg Aldinger plädierte bei der Aufstockung für eine Holzständerlösung. Beim Anbau wurden zwei Versionen genauer betrachtet, ein breiteres einstöckiges Gebäude und die vom Gemeinderat schlussendlich gewählte schmale zweistöckige Version. Bei beiden Versionen müssen die Bäume hinterm Rathaus weichen. Der Anbau soll über zwei Brücken an das bestehende Rathausgebäude angebunden werden. Auf einen weiteren Aufzug (barrierefreies Rathaus) kann beim Anbau verzichtet werden, was Kosten spart. Wobei die Beträge für Aufstockung und Anbau ungefähr gleich hoch sind. Nach Schätzung des Architekturbüros belaufen sich die Kosten für die Aufstockung auf etwa 2,02 Millionen Euro, für den Anbau auf 2,05 Millionen Euro.

In der Diskussion brachte CDU-Fraktionschef Alois Hafner die hohen Temperaturen bei einer Holzaufstockung ins Spiel. Bereits heute schon sei es im Obergeschoss des Rathauses recht warm. Eine von seiner Fraktion favorisierte Anbaulösung lasse für später eine Aufstockung des Rathaus weiterhin offen. Für die Grünen habe eine Aufstockung vor einem Anbau Priorität, sagte Ursula Vaas-Hochradl. Bei den Freien Wählern stieß die Aufstockung auf Ablehnung. Als einen der Gründe nannte Werner Kinkelin die Kosten für eine Auslagerung der Rathausmitarbeiter im Geschoss darunter während des Umbaus. Bei einem Anbau fielen diese Kosten weg. Mit 13 zu acht Stimmen votierten die Räte für den Anbau.

Diskutiert wurde auch die Sanierung des Sitzungssaals. Unter anderem müssen die Beschattungs- und Beleuchtungssituation und die Präsentationstechnik erneuert werden. Gaby Kiedaisch

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