Zwischen Neckar und Alb

Weniger Lkw-Verkehr dank Mechanik

Postfrachtzentrum Durch mehr Internetbestellungen kommt das DHL-Zentrum ins Schwitzen. Eine mechanische Zustellbasis soll helfen. Von Sabine Försterling

Das DHL-Postffrachtzentrum in Köngen soll eine mechanische Zustellbasis bekommen. Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques

Die Wendlinger Gemeinderäte stimmten der Erweiterung des DHL-Postfrachtzentrums zu. Weil der Online-Handel weiter zunimmt, plant das Unternehmen eine mechanische Zustellbasis. Bereits vor einer Woche hatten die Köngener Kommunalpolitiker dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt. Das 15 Hektar große Gelände liegt auf der Gemarkung der beiden Kommunen. Weil immer mehr Kunden ihre Waren im Internet bestellten, sei das Bauvorhaben dringend notwendig, verwies der Stuttgarter Architekt Robert Schneider vom Planungsbüro ARP in der jüngsten Sitzung auf den rasanten Wandel im Einzelhandel. Außerdem entstehen bis zu 200 neue Arbeitsplätze.

Weniger Schwerlastverkehr

Neben dem bestehenden Postfrachtzentrum wird eine mechanische Zustellbasis gebaut, die der haushaltsnahen Zustellung in der Region Köngen, Wendlingen und Nürtingen dienen soll. Damit fällt auch Schwerlastverkehr von der Straße weg. „Synergieeffekte werden genutzt und lange Anfahrtswege sowie ein zusätzliches Verkehrsaufkommen vermieden“, verwies der Planer auf die Vorteile.

Die neuen Gebäude sind mit einer Höhe von siebeneinhalb bis acht Metern niedriger als die bestehenden. Ein neuer Anschluss an die Plochinger Straße sowie eine private Straße innerhalb des Betriebsgeländes sollen den Verkehrsfluss entzerren. Darüber hinaus sind weitere Stellplätze sowie größere Rangierflächen geplant. Bürgermeister Steffen Weigel erhofft sich von der neuen Verkehrsführung eine Entlastung der Schäferhauser Straße, die zurzeit oft mit Paketwagen zugeparkt sei. Um die Planungen umzusetzen, sind allerdings ein erheblicher Eingriff in bisherige Grünflächen sowie eine Fläche zur Niederschlagswasserbeseitigung notwendig.

Darüber hinaus muss der Motorsportclub Köngen-Wendlingen umziehen. Der Architekt hat für das Trialgelände am östlichsten Zipfel des Areals einen Platz vorgesehen. Das ist in unmittelbarer Nähe zur Lackfabrik. Die Stadträte winkten ohne Kommentar das Bebauungskonzept durch. Bis der Plan jedoch verabschiedet wird, werde es wohl Sommer 2018, meinte Robert Schneider. Verkehrs-, Lärm-, und Artenschutzgutachten müssten zuvor noch erstellt werden. Außerdem wolle man in einem sogenannten regionalen Grünzug bauen, was nur bedingt möglich ist. Jetzt muss zunächst der Gemeindeverwaltungsverband, der am Mittwoch in Wendlingen tagt, das Planverfahren endgültig auf den Weg bringen.

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