Zwischen Neckar und Alb

Weniger Tote und Verletzte bei Unfällen

Bilanz Obwohl es im letzten Jahr weniger Unfälle mit Toten und Verletzten gegeben hat, sorgt sich die Polizei um Motorradfahrer und junge Fahrer, die zu schnell fahren.

Über 30¿000 Unfälle mussten die Polizeibeamten in den Kreisen Esslingen, Reutlingen und Tübingen im vergangenen Jahr aufnehmen.S
Über 30¿000 Unfälle mussten die Polizeibeamten in den Kreisen Esslingen, Reutlingen und Tübingen im vergangenen Jahr aufnehmen.Symbol-Foto: Carsten Riedl

Weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden, deutlicher Rückgang bei der Zahl der Schwerverletzten. Leicht zurückgegangen ist auch die Zahl der Menschen, die auf den Straßen der Landkreise Esslingen, Reutlingen und Tübingen ihr Leben verloren haben. Das vermeldet das Polizeipräsidium Reutlingen in einer Pressemitteilung. „Sorgen bereitet uns aber nach wie vor die hohe Anzahl der Motorradfahrer unter den Verkehrstoten und die Unfallursache ,Geschwindigkeit‘ bei den jungen Fahrern“, sagte Polizeipräsident Professor Alexander Pick in Reutlingen.

Mehr Unfälle

Dem Landestrend entsprechend stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen im vergangenen Jahr um fast sechs Prozent auf 30 168 an. Der Anstieg ist ausschließlich auf Unfälle mit Sachschaden zurückzuführen. Bei 3 303 (2015: 3 398), das sind elf Prozent aller Unfälle, kamen Personen zu Schaden.

Bei 27 Unfällen verloren 30 Menschen ihr Leben, das sind zwei weniger als im Jahr 2015. 16 der Getöteten waren als Fahrer oder Beifahrer in einem Auto unterwegs, neun waren Motorradfahrer. Unter den Toten waren auch drei Fußgänger und zwei Radfahrer. Im Landkreis Esslingen war im Jahr 2015 ein Rückgang von 14 auf vier Getötete verzeichnet worden. Diese Zahl stieg im vergangenen Jahr wieder an. Bei acht Unfällen mit tödlichem Ausgang starben zehn Menschen, darunter fünf Autoinsassen, zwei Motorradfahrer, zwei Fußgänger und ein Radfahrer.

Eine erfreuliche Bilanz ist bei der Entwicklung der Zahl der Schwerverletzten zu verzeichnen, die sich von 761 um fast zehn Prozent auf 691 reduzierte. Dies ist unter anderem auf den deutlichen Rückgang um 16,8 Prozent im Landkreis Esslingen zurückzuführen. Die Zahl der Leichtverletzten bewegt sich mit einer nur geringen Steigerung um zehn auf 3 529 auf Vorjahresniveau.

Die detaillierte Auswertung der über die reinen Kleinstunfälle hinausgehenden Unfälle ergab als häufigste Ursache mit 2 578 Unfällen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, gefolgt von 2 093 Vorfahrts- und 892 Abstandsverstößen und 813-mal überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit.

Meist zu schnell unterwegs

Je schwerer aber die Unfallfolgen sind, desto mehr kommt als Ursache Geschwindigkeit zum Tragen. Bei allein 13 und damit rund der Hälfte der 27 tödlichen Unfälle und bei jedem vierten Unfall mit Schwerverletzten war dies die Hauptunfallursache oder zumindest mitursächlich. Bei ihren Geschwindigkeitskontrollen registrierte die Polizei 2016 insgesamt über 27 000 Verstöße. Außerdem deckten die Beamten bei ihren schwerpunktmäßig durchgeführten Gurtkontrollen über 10 600 Verstöße auf, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Alle diese Verkehrsteilnehmer und viele andere, die nicht erwischt wurden, riskierten ihr Leben: Drei und damit zehn Prozent der Verkehrstoten und 105 Schwerverletzte, also etwa jeder siebte, waren ebenfalls nicht angeschnallt.

Weniger Alkohol und Drogen

Nach einem Anstieg im Jahr 2015 sank die Zahl der alkoholbedingten Unfälle im Jahr 2016 mit 358 nur leicht unter das Niveau des Vorjahres (366). Unfälle mit Personenschäden schlagen dabei mit fast 38 Prozent und damit weit über einem Drittel zu Buche. 174 Menschen wurden verletzt, 54 davon schwer. Nochmals leicht um vier auf 28 sind die Unfälle zurückgegangen, die durch Drogeneinfluss verursacht wurden. Sieben Personen wurden leicht verletzt. 2015 waren es sechs gewesen.

Im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung wurden über 1 200 Fahrer wegen Fahrens unter Alkoholeinwirkung und 374 Fahrer wegen Fahrens unter Drogeneinwirkung angezeigt.

Die Zahl der Zweiradunfälle (vom Mofa bis zum schweren Motorrad) sank gegenüber 2015 um 4,7 Prozent auf 709. Auch wenn bei den Verletzten ein Rückgang um zehn Prozent registriert wurde, waren motorisierte Zweiradfahrer bei den getöteten und schwer verletzten Verkehrsteilnehmern noch immer überproportional vertreten.

Immer öfter suchen die Schuldigen das Weite: Bei jedem fünften Verkehrsunfall kommt es zu einer anschließenden Unfallflucht. Im Jahr 2016 war ein nochmaliger Anstieg um 150 auf 6 225 zu verzeichnen. Jede dritte dieser Straftaten konnte aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote bei den 234 Unfallfluchten nach Unfällen mit Personenschaden beträgt 48 Prozent.lp

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