Zwischen Neckar und Alb

Wenn der Neckar über die Ufer tritt

Alarmplan Köngen möchte für den Notfall gewappnet sein. Der Gemeinderat hat jetzt einen Plan für den Hochwasserschutz verabschiedet. Darin sind alle Abläufe genau geregelt. Von Elisabeth Maier

foto: roberto bulgrin17. 04. 2018Koengen, Blick vom Neckar Ufer nach Koengen,  Hochwasserschutz,
Foto: Roberto Bulgrin

Hochwasserschutz wird in Köngen künftig noch effektiver organisiert. Die Gemeinde hat jetzt einen Notfall- und Alarmplan, der die Abläufe genau regelt, falls zum Beispiel der Neckar über die Ufer tritt. Armin Binder vom Büro Winkler und Partner skizzierte kurz das Papier. Das ist nach den Worten von Hauptamtsleiter Gerald Stoll eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde Fördermittel für den Hochwasserschutz bekommen könnte. Aktuell ist nach seinen Worten jedoch kein konkretes Projekt geplant.

Gemeinderatsmitglied Günther Hoffelner hakte kritisch nach, was der Alarmplan denn nun Neues bringe? Vieles habe man doch ohnehin schon gewusst und auch festgeschrieben. Für Gerhard Stoll liegt der Nutzen des ausführlichen Papiers auf der Hand: „Bisher wussten nur der Feuerwehrkommandant und ich genau Bescheid, was zu tun ist.“ Falls sie beide nicht da seien, müsse es Handlungsanweisungen geben. Durch den Notfallplan sei nun klar festgelegt, welche Stelle für welchen Bereich zuständig ist. „Jetzt weiß jeder, was zu tun ist“, lobte Bernd Vogel (SPD/Grüne) den detaillierten Einsatzplan.

Der Hochwasserschutz in Köngen ist eng mit den Plänen der Nachbarstadt Wendlingen verknüpft. Bereits 2015 hatte die Stadt Pläne für die Ertüchtigung des Hochwasserschutzes gemacht. In Bauwerke am Neckar investiert die Stadt Wendlingen 7,6 Millionen Euro - das Land fördert mehr als fünf Millionen Euro davon. Wenn der Neckar bei Wendlingen über die Ufer tritt, fließt über das Gewerbegebiet Wert auch nach Wendlingen Wasser. Allerdings werden die Bauprojekte in Wendlingen nur schrittweise umgesetzt. „Wir haben keine Kenntnis, wann das Projekt fertig ist“, sagte Bürgermeister Otto Ruppaner im Gemeinderat. Da strebe man den Schulterschluss an. Im Fall eines größeren Hochwassers gibt es beim Kreisverkehr an der Landesstraße vor dem Gewerbegebiet Wert mobile Barrieren, die das Hochwasser aufhalten sollen.

Es gibt keine Sicherheit

Die Köngener Kanalisation ist laut Armin Binder „auf ein Hochwasser ausgelegt, wie es alle zwei bis fünf Jahre vorkommt“. Wenn das Wasser höher über die Ufer tritt, gibt es auf der Köngener Seite beim Mühlenhof und in der Schreinerstraße zwei Schieber, die zum Regenüberlaufbecken des Gruppenklärwerks in Wendlingen gehören. In einem solchen Fall ist aber abzuwägen, was getan werden muss. Denn sind die Schieber geschlossen, läuft über kurz oder lang die Köngener Kanalisation voll. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es in solchen Fällen nicht“, sagte Binder mit Blick auf ein Hochwasser-Ereignis.

Ein besonders wichtiger Baustein in einem Hochwasser-Alarmplan ist laut Binder die umfassende Information der Bevölkerung. Auch für den Fall, dass der Strom ausfällt, wird Vorsorge getroffen.

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