Zwischen Neckar und Alb

Wenn Träume in Erfüllung gehen

DRK Manchmal braucht es etwas Hilfe von außen, um alten oder kranken Menschen einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Das Rote Kreuz hat deshalb die Aktion „Glücksbringer“ ins Leben gerufen. Von Nicole Mohn

Der DRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Rau (hinten) und Gerhard Mildner. Dem 87-Jährigen konnte der Wunsch erfüllt werden, im Stadio
Der DRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Rau (hinten) und Gerhard Mildner. Dem 87-Jährigen konnte der Wunsch erfüllt werden, im Stadion noch einmal „seinem“ VfB zujubeln zu können. Foto: pr

Noch einmal Stadionluft schnuppern. Mit Sohn und Enkel gemeinsam den VfB anfeuern, wenn er daheim auf Torejagd geht. Für Gerhard Mildner ein Traum, den er sich aus eigener Kraft nicht mehr erfüllen kann. Seit Jahren schon sitzt der 87-Jährige im Rollstuhl, lebt im DRK-Seniorenzentrum Haus Kalixtenberg in Weilheim. Den Transport zum Stadion aber und die Organisation des ganzes Tages traut sich die Familie allein nicht zu: „Ohne Unterstützung schaffen wir das nicht“, sind sich die Mildner-Männer einig.

Für Kreisgeschäftsführer Klaus Rau, selbst glühender VfB-Anhänger, ein klarer Fall für die Aktion „Glücksbringer“ des DRK-Kreisverbandes, die 2018 ins Leben gerufen wurde. Der Rollstuhlbus ist kein Problem, davon hat das Rote Kreuz einige im Fuhrpark. Schwieriger gestaltet sich, einen Parkplatz in Stadionnähe zu bekommen. Da kommt Rau jedoch ein glücklicher Zufall zur Hilfe: „Mein Sohn hat beim VfB Stuttgart ein halbjähriges Praktikum gemacht, das hat uns bei der Organisation des Tages sehr geholfen“, berichtet er. Ende August ist es dann soweit: Beim 2:1-Heimsieg der „Roten“ gegen St. Pauli sitzt Gerhard Mildner zusammen mit seinem Sohn und dem Enkel im Gottlieb-Daimler-Stadion und jubelt direkt am Spielfeldrand mit. Sogar Fritzle, das Maskottchen des VfB, schaut bei Familie Mildner vorbei, um Hallo zu sagen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir Glücksbringer sein und einen lang gehegten Wunsch erfüllen durften“, freut sich Rau nach einem gelungenen Tag im Stadion. Ein Tag, der sowohl den Ehrenamtlichen, die das Erlebnis begleiteten, als auch dem Beschenkten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

So geht es auch allen, die an der Verwirklichung des Herzenswunsches von Heinz Büttner mitgewirkt haben. Der ehemalige Service-Mitarbeiter vom General Aviation Terminal am Flughafen in Echterdingen ist seit einem Schicksalsschlag nicht mehr mobil. Noch einmal an der Startbahn sein und die Flugzeuge abheben sehen, das schien ihm unmöglich.

Dank seiner Freunde und der Familie Bauder landete der Wunsch bei Anja Heidler-Michalec, der Ansprechpartnerin für alle Herzenswünsche, an die DRK-„Glücksbringer“, auf dem Tisch. Und die organisierte für Heinz Büttner einen Besuch beim Oldtimer-Fliegertreffen auf der Kirchheimer Hahnweide.

Erich Hogen, Kreissozialleiter des DRK Nürtingen-Kirchheim, freut sich, dass die Aktion erfolgreich angelaufen ist. Insgesamt vier Herzenswünsche haben die Ehrenamtlichen des DRK mittlerweile bereits erfüllen können. Er wünscht sich aber, dass das Angebot noch bekannter wird und macht allen Mut, die ähnlich wie Gerhard Mildner oder Heinz Büttner einen lang gehegten Wunsch auf der Seele haben: „Wenden Sie sich an das DRK und erzählen Sie davon.“ Was mit den Mitteln und den ehrenamtlichen Helfern machbar ist, realisiert der DRK-Kreisverband. Beachtet werden sollte, dass die Ziele der Herzenswünsche möglichst regional begrenzt und zeitnah zu erreichen sind. „Alles können wir in diesem ehrenamtlichen Projekt nicht verwirklichen“, so auch Anja Heidler-Michalec. Schließlich trägt sich das Projekt „Glücksbringer“ - anders als ähnliche Projekte anderer Hilfsorganisationen - rein über Ehrenamtliche und Sponsoren.

Wer einen Herzenswunsch an das DRK richten möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0 70 22/70 07 29 an Anja Heidler-Michalec wenden. Auch wer das Projekt als Ehrenamtlicher oder mit einer Spende unterstützen möchte, kann sich unter dieser Rufnummer mit dem DRK-Kreisverband in Verbindung setzen.

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