Zwischen Neckar und Alb

Wertvolle Klamotten geklaut

Gericht Ein Speditionsfahrer soll Designerkleidung im Wert von mehreren Hunderttausend Euro gestohlen haben.

Festnahme
Symbolbild

Wendlingen. Immer wieder muss der Metzinger Design-Konzern Hugo Boss einzelne Diebstähle hinnehmen. Jetzt hat es das Unternehmen aber gleich massiv getroffen: Ein 29-jähriger Rumäne aus dem Kreis Böblingen, der für einen Markgröninger Palettenhändler Speditionsfahrten unternahm, soll Boss-Kleidung im Wert mehrerer Hunderttausend Euro, die er ins Retourenlager nach Wendlingen bringen sollte, gestohlen und zusammen mit drei Hehlern verkauft haben. Jetzt sitzen alle vier auf der Anklagebank.

Der Hauptangeklagte soll in der Zeit zwischen Mai 2016 bis März letzten Jahres in großem Stil die wertvollsten Teile der Designer-Klamotten von Hugo Boss und anderen bekannten Firmen unterschlagen haben. Zu Hilfe sollen ihm dabei die mitangeklagten 36- und 28-jährigen Komplizen, einer aus Ludwigsburg, der andere aus dem Kreis Esslingen, gekommen sein. Mitangeklagt ist auch die 26-jährige Ehefrau des einen Beschuldigten.

Beim Beladen von Boss-Textilien, die von Internet-Verkäufen als sogenannte Rückware von dem Hauptangeklagten per Lkw in das Retourenlager des Herstellers nach Wendlingen gebracht werden sollten, verschwanden zunächst einige wertvolle Anzüge, Hemden und Dutzende Schuhe, die später auf einem privaten Forum zum Verkauf angeboten wurden. Dann sollen laut Anklage bis Anfang letzten Jahres aus den Transporten systematisch Kleidung, darunter nicht nur Boss-Textilien, sondern auch Designer-Ware von Bogner verschwunden sein. Das Diebesgut hätte der Hauptangeklagte jeweils an die anderen Beschuldigten abgegeben, die dann ihrerseits für den Weiterverkauf sorgten, so der Staatsanwalt.

Teilweise sollen die gestohlenen Waren auch direkt vom Lkw an interessierte Kunden angeboten worden sein. Es hätten sich jeweils auf dem Parkplatz einer Tankstelle in Wendlingen lange Schlangen von Käufern gebildet, da die Preise unschlagbar billig waren.

Bei einem der letzten Diebstähle, in denen es laut Anklage auch um Haushaltsgeräte und Maschinen ging, klickten dann anlässlich einer Polizeikontrolle Ende September 2017 bei einem der Angeklagten die Handschellen. Dennoch sollen die drei übrigen Mitbeschuldigten weitergemacht und bis zu ihrer Festnahme im Dezember gestohlene Waren im Wert von 152 000 Euro verkauft haben. Den Gesamtschaden beziffert die Anklage auf 353 000 Euro.   Bernd Winckler

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