Zwischen Neckar und Alb

„Wir wurden im Stich gelassen“

Brand Die Opfer des Feuers in den Häusern der Nürtinger Schafstraße stehen vor dem Nichts. In beiden Gebäuden sollen vor allem Menschen gelebt haben, die Sozialhilfe oder Hartz IV bekommen. Von Matthäus Klemke

Oliver Greiner fühlt sich im Stich gelassen.
Oliver Greiner lebt seit dem Brandin einer Obdachlosenunterkunft in Reudern. Foto: Matthäus Klemke

Oliver Greiner hat die Mütze tief ins Gesicht gezogen, seine Arme sind verschränkt, der Blick geht ins Leere. „Die Nacht war wieder kurz. Seit dem Feuer schlafe ich kaum noch.“ Albträume plagen den Mann, der fünf Monate in der Schafstraße ...

2 nud dier nMaeto mi baNsaharuh,c in dre 4, wenghto at.h ieBde ntdsnea rvo sfat rive eWnoch in Fema.lnm weZi ncMshene inds ebi dme tenrse Badrn in erd 2 usm eebLn .moknmeeg wra omv eeurF eselshincngeso in eniemm rneriten hsci edr ieD cluthF gelang him usdrch .seeFtrn eniebs nerMet seumst ich

oN hc mrime ehstt die nuaesaBhrcdr thinc .fets eeilachZrh Heswneii dueetn fau enie ebdeir dun niene mnsabilere sZdunat edr onneWhung .ihn lnearredBmd solenl ithcn arnhvdneo weeseng si,en hauc olsl es Zmmeir ehon rneteFs eegbneg b.hean eiEn inmoeinomrkdosSs der iizPelo t.tetrlmie

Mal eustsm ich ztjet chons bei edr lioPzei agst red H➀uete chi lniigteche rdweie iets,sgmhnu arbe ihc nank nacihef cithn uWmar se ni deibne tenagnrb ,ath tisenhc rfü rlievO ctihn mreh iticgwh uz ne.is hni ovr ml,ale wie es inh dnu die endnrae ehrnasHobwue eeiewthnerg losl. eLute ehntes rvo edm stga er ndu lthüetcts end .pfoK

nI beeind leolsn ovr aellm ecMsnehn lbeetg b,haen dei oiizlShelfa dero bne.mmoke So ahuc velirO i:rreneG bhea 28 aerhJ geetitrbea und uedwr nnad whrces kka.nr hcI aheb neemin boJ veroenrl dun nib so in fAu med ghuWamosrtknn hneceMns ewi er ekien eaChcn. aD eilbbe iemne intch ivle ardesne sla in ine Huas eiw in der uz nzei.eh

hc Na nebAagn der ttdaS aehb amn dne trnBoeefefn tsrofo hlf:neeog 13 eheoBnwr rewudn ni itßhe se fau erd etntieereItsn red .Sdatt oesnll die Mescnehn eletneiaem,Lepttksb Kdilguen dnu earltieiHkngye mkoemneb bhe.na iertetarMib sde esnieDts elnols ieetewr rtgenuuBe urz und eib edr Wucenhsgousnh ee.lnfh asD brecoetJn eis irnm,iofter nov ortd ztfieirenan ltngeieitee dwener rudew kruz cnah edm anBrd ein Sedentpoknno .ertneigchite agts lerivO re.nrieG rE shic ovn red tadtS mi Shict rawZ eahb es am Afnnag ifeHl in rmFo von Lsepmnebtknetetiela ndu reeni eddlerieseKnp vmo KRD geb,gnee eliv ehmr eis emisedt eabr thnci raepit.ss rbahucen in rsrete niieL lafleziinen eHlif nud nieen mWro.uhan Was riw im reuFe nrvreleo b,hane aetttestr snu

f oltfheioSr idwr weredi aoebgegzn

neEi neanlefiizl Shoolterfif ehba se in Frmo von 010 Erou vmo eectrobnJ e.gnebge wdir irm rbae im atonM rwdeei nov emimne tgart--HeBVazrI sgat rerniG.e Seti re insee uonhngW onrlevre ,ath msus re ndjee aTg itm dem Bsu zur riebAt ieb dre lefTa .henrfa lbbtei am Ende cntih evli von dem Und was tis itm erd inilaefenlzn liHfe asu dme ?nStnpknoeedo ftgra Gnrerei r.trwudvnee isB eetuh eänhtt edewr er conh edearn prefO nneeSdp tne.laher

eamnmu sZ imt wzie neandre Bronnweeh usa der derwu riOelv enerirG ni der fOldenuctkeaonutrhnsb in eedRunr regntcaeu.htbr illw ihre achinfe rnu asgt er ndu eticbhrte nvo uetranbrang nSei Zmeirm esi urdn hcess Qmrteautaedr ßgr,o ide escDhu im eemacraesi-isGdzthnBfmme ise tun.ubnrzaeb Ob se stnigeeswn ireh mednleBrdar ?bgit im uaHuslfr ctinhes nerie zu en.si reD ggin cehniul aWs eeni zreku iiennthwstascZo iesn ,lloset snectih unn zur uz nr,deew e:r aht amn irm mi aasuRht stge,ga dass dei dttaS nkeie dneare nruUeknttf nsu in ihcsAuts ssDa mna in naeuDhctsld ni neie cslohe uaiinSott egnaert ka,nn er ithnc gthc:ead tibg es os vleie aene.roilivSez oWesi ihflt nsu nned keern?i niaemNd hics uns

R cneaatwltsh alMeun hScwarz rrttteiv ieen rFua, ide bei mde ndarB im enrets asuH nrehi hamnneE nrrovlee at.h noV ihm lolnew wri ,wseisn ob enesi iMdanntan ezlnfiilena taehelrn eb.ha zgein,Ei wsa esi meobmken ta,h sti ieen oehh nRgcuhen omv os awSchr.z iDe uaFr sie ialefnziln ma deEn. dme tsureVl rshei nnaMse tsmues ise hsci rkakn nmdeel dnu hta so auch reih tireAb sielAnrgdl ahbe ihr eid gnsngvowthalWeunur 50 orEu als enei Atr ürf rienh tslVeru ogbe.nte hat mneie nnditanMa asl Begleduigin egnhese ndu astg ualeMn Szarhc.w

Die Stadt Nürtingen weist Vorwürfe zurück

Dass man den Leuten zu wenig helfe, bestreitet die Stadt: „Sowohl seitens des Landkreises wie auch der Stadt flossen unverzüglich erste Zahlungen aus sogenannten Nottöpfen“, heißt es dort. „Das Jobcenter wurde informiert, damit alle nötigen finanziellen Soforthilfen eingeleitet werden.“ Zu den Zuständen in der Notunterkunft in Reudern schreibt Pressesprecher Clint Metzger, dass nach dem Brand rasches Handeln gefragt war. „Die Unterbringung in Reudern ist nicht als dauerhafte Lösung angedacht, sondern eine Notunterkunft. Die Opfer der Hausbrände sollen dort vorübergehend wohnen können, bis sie wieder eine eigene Wohnung beziehen können.“ Um den Leuten zu helfen, bereite die Stadt derzeit einen Aufruf vor, um Vermieter zu finden, die bereit sind, an die Betroffenen Wohnraum zu vermieten.

Warum sind noch keine Gelder vom Spendenkonto geflossen? „Dies war bisher noch nicht möglich, da die Mitarbeiterinnen des Sozialen Dienstes erst den Bedarf bei den Betroffenen abklären mussten, damit die Hilfe zielgerichtet erfolgen kann“, so Clint Metzger. Für Lebensmitteleinkäufe werden die Opfer mit Einkaufsgutscheinen von Supermärkten und Discountern versorgt. mk