Zwischen Neckar und Alb

Woher ist der Schweinskopf?

Ermittlungen nach fremdenfeindlicher Attacke

Ein Wildschweinkopf hängt an einem neuen Unterkunfts-Zelt in Wolfschlugen. Ein Unbekannter will damit muslimische Flüchtlinge abschrecken.

Wolfschlugen. Wie die Polizei erst jetzt mitteilt, kletterten Unbekannte bereits Anfang Juni auf das Dach eines Zeltes, das bald in der Daimlerstraße in Wolfschlugen 100 Flüchtlinge beherbergen soll und brachten dort einen Wildschweinkopf an. Außerdem vergossen sie eine rote Flüssigkeit über die Giebelwand des Zeltes. Es liegt – auch wegen vergleichbarer Vorkommnisse in anderen Kommunen – nahe, zu vermuten, dass hier jemand den Platz speziell für Muslime „unbewohnbar“ machen wollte.

Die Polizei ermittelt in einige Richtungen, auch wegen eines fremdenfeindlichen Hintergrunds. Bürgermeister Matthias Ruckh berichtet, dass unter anderem in Jägerkreisen ermittelt werde, weil dort am ehesten Leute zu finden seien, die an einen Wildschweinkopf gelangen.

Bei der roten Flüssigkeit handle es sich vermutlich um Rinderblut, das man im Internet bestellen kann. Von der Polizeipressestelle ist zu hören, dass die Herkunft des Tierkopfes derzeit geprüft werde, zu den laufenden Ermittlungen hält sich Polizeipressesprecherin Andrea Kopp jedoch bedeckt.

Nun ist in Wolfschlugen ein Flugblatt aufgetaucht, in dem ein Antifaschistisches Bündnis Kreis Esslingen (AKBE) dazu aufruft, dem „Rassismus im Alltag und auf der Straße konsequent entgegenzutreten“. Davon abgesehen sind bereits zehn junge Männer aus Afrika eingezogen, 90  weitere Menschen sollen im Laufe des Junis noch folgen.

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