Zwischen Neckar und Alb

Zum Schutz der sanften Töne

Joachim Zieker will mit seiner Erfindung den Transport von Harfen verbessern

„Verkauft sich nicht wie Brezeln“: Der Ruiter Transportexperte Joachim Zieker sieht den Harp Car als Nischenprodukt. Fotos: Bulg
„Verkauft sich nicht wie Brezeln“: Der Ruiter Transportexperte Joachim Zieker sieht den Harp Car als Nischenprodukt. Fotos: Bulgrin, privat

Ostfildern. Joachim Zieker ist musikalisch nicht talentiert. Das sagt er jedenfalls selbst. Dennoch hat es

dem Tüftler aus Ruit die Harfe angetan. Die Klänge der Saiten, das Zupfen, die Virtuosität mancher Spieler – das beeindruckt den Geschäftsführer der Zieker GmbH. „Da muss man was können“, sagt er. Dass er nun auch beruflich mit Harfen zu tun hat, liegt wohl aber eher am Geschäft, als an der Liebe zu wohltuenden Klängen.

Seit etwa einem Jahr vertreibt Joachim Zieker nämlich einen Harfenwagen. Dieser Transporthelfer, der in seinem Sortiment Harp Car heißt, dient sozusagen dem Schutz der sanften Töne – und auch ein wenig dem des Musikers: „Harfen sind sehr schwer. Das ist eine Riesenschinderei, wenn man keinen Wagen hat.“ Vier Merkmale hebt der Geschäftsführer hervor: Leichtigkeit, Kompaktheit, Komfort und Sicherheit.

Der Harfenwagen besteht zu einem Großteil aus Aluminium, wiegt daher nur knapp sechs Kilogramm. Mit einer Breite von etwa 60 Zentimetern ist er für alle standardmäßigen Aufzüge, Türen, oder Züge geeignet, verspricht der Hersteller. Der Wagen ist klapp- und zusammenschiebbar und schützt die Harfe durch gepolsterte Auflagen sowie eine Luftbereifung. Auch holprige Straßen sollen dem Instrument dadurch nicht mehr zusetzen. „Es ist nicht die totale Revolution, aber es ist ein Fortschritt zu den bisherigen Transportmöglichkeiten für Harfen“, sagt Joachim Zieker.

Seine Erfindung, die er zusammen mit einem Harfenproduzenten entwickelt hat, kostet 390 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Das ist viel Geld, doch Musiker, die für ihr Instrument Geldsummen in Höhe eines Kleinwagen-Preises ausgeben, wie Joachim Zieker sagt, die sind wohl auch bereit, in den Transport ihrer Harfe etwas mehr Geld zu investieren. „Das ist ein Nischenprodukt und verkauft sich nicht wie Brezeln“, sagt der Tüftler aus Ruit.

Ungefähr zweieinhalb Jahre betrug die Entwicklungszeit, nachdem ihm und dem Harfenhersteller auf einer Messe die Idee gekommen war. Etwa 30 bis 40 Harfenwagen hat er bislang verkauft. Die Spieler sind auch schon mit ihrem Instrument vorbeigekommen und haben das Transportgefährt getestet. Außerdem sind bei der Entwicklung Musiker mit einbezogen worden.

Joachim Zieker ist indes offen, den Harfenwagen auch für andere Gegenstände als Transportmittel weiterzuentwickeln. „Aber für eine Sackkarre ist er halt zu teuer“, sagt der Geschäftsführer. Doch vielleicht trifft er ja demnächst wieder einen möglichen Kooperationspartner aus einem Nischensegment. Schließlich sind nicht nur Harfen teuer und daher schutzbedürftig.

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