Zwischen Neckar und Alb

Zwei gegensätzliche Künstler unter einem Dach

Ausstellung In Nürtingen werden Werke von Friedensreich Hundertwasser und Günther Uecker gezeigt.

Bilder von Hundertwasser in der Nürtinger KreuzkircheFoto: pr
Bilder von Hundertwasser in der Nürtinger KreuzkircheFoto: pr

Nürtingen. Gegensätze ziehen sich an, so ein Sprichwort. Die diesjährige große Kunstausstellung in Nürtingen zeigt dies sehr deutlich. Denn die Arbeiten von Friedensreich Hundertwasser und Günther Uecker, die vom 12. Januar bis 24. Februar in den Räumen der Kreuzkirche zu bestaunen sind, könnten unterschiedlicher nicht sein.

„Schon die Herkunft der Künstler sind zwei Welten: Hundertwasser geboren in Wien, tief im Süden Europas, und Uecker geboren und aufgewachsen in Mecklenburg im hohen Norden“, beschreibt Brigitte Kuder-Broß, Kuratorin der Ausstellung.

Viele kennen die Hundertwasserhäuser. Auch hier in unmittelbarer Nähe zu Nürtingen - in Plochingen - wurde ein Hundertwasser Wohn- und Geschäftshaus von 1992 bis 1994 um einen Innenhof errichtet. Die unendliche Formen- und Farbenvielfalt zeigt die Handschrift des berühmten Künstlers. „Er selbst wollte immer als Magier der Vegetation bezeichnet werden. Als einer, der ein Bild anfüllt, bis es voll ist mit Magie. So als würde man ein Glas mit Wasser anfüllen“, erklärt Brigitte Kuder-Broß. Uecker ließ dagegen Nägel sprechen. Er bezeichnete das „Reinschlagen von Nägeln“ als eine Art Widerstand, damit die Kunst in die Banalität des Lebens eindringen kann. Er ist mit seinen Nagelbildern weltberühmt geworden. Und seit den Achtzigerjahren nimmt er auch in seinen Werken politisch Stellung. Er reagierte beispielsweise auf die Katastrophe von Tschernobyl mit dem Zyklus „Aschebilder“. Weitere politische Bezüge finden sich unter anderem bei seinen Werken über den Irak und zu Umweltproblemen.

Die Ausstellung in diesem Jahr ist vom heutigen Samstag ab immer dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt sowohl öffentliche Führungen als auch Führungen nach Vereinbarung für Kinder, Schüler und Erwachsene.

Und alle Kunstfreunde sind zum offenen „Künstlercafé“ am Sonntag, 20. Januar, in die K3N im „kleinen Foyer“ von 12 bis 18 Uhr eingeladen. Erstmals werden Werke vergangener Kunstausstellungen präsentiert. Ab 15 Uhr spielen „Haußmann & Bantel“ unplugged. Ebenfalls am 20. Januar gibt es „Kunst in der Kirche“ um 13 Uhr. pm

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