Zwischen Neckar und Alb

Zwei Samuels begeistern mit Lebensmut

Jubiläum Samuel Harfst und Samuel Koch bewegen die Kohlberger Kirchengemeinde mit ihrer Konzertlesung.

Samuel Koch (rechts) liest aus seinem Buch vor.Foto: Mara Sander
Samuel Koch (rechts) liest aus seinem Buch vor.Foto: Mara Sander

Kohlberg. Mit einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm feiert die evangelische Kirchengemeinde Kohlberg derzeit ein Doppeljubiläum: 250 Jahre Kirche und 50 Jahre Gemeindehaus. Einer der Programmhöhepunkte war dabei die Konzertlesung mit Samuel Harfst und Samuel Koch in der vollen Jusihalle. Ganz bewusst waren sowohl der Veranstaltungsort als auch die inhaltliche Gestaltung „weltlich“ gewählt, denn die Kirchengemeinde wollte dadurch verdeutlichen, dass sie offen ist für alle Menschen.

Dementsprechend soll beim Kirchenjubiläum auch etwas für alle Nichtkirchgänger geboten werden, die die möglicherweise vorhandene Hemmschwelle, in kirchliche Räume zu gehen, ansonsten eher nicht überschreiten würden. Die Themen waren teilweise aus dem Alltag und für den Alltag gewählt, hatten aber alle einen geistlichen Bezug. Dafür war die Konzertlesung beispielhaft, denn nicht nur die Lieder von Samuel Harfst sprachen vielen Menschen aus der Seele.

Das Schicksal von Samuel Koch, der seit seinem schweren Unfall im Dezember 2010 in einer „Wetten dass“-Sendung vom Hals abwärts gelähmt ist, berührte die Zuhörer in der Jusihalle ganz besonders. Obwohl er sich seit dem Unglück in der ZDF-Fernsehshow nicht mehr bewegen kann, strahlt er ungebremst Hoffnung und Zuversicht aus. Koch, der inzwischen als Schauspieler zum Ensemble des Staatstheaters Düsseldorf gehört, las aus seinen Büchern über die Gedanken, die ihn bewegten und über die Erfahrungen nach seinem Unfall.

Aus Zweifel Hoffnung machen

Bei Harfst wie auch bei Koch war in erster Linie der Glaube ein Thema, wobei auch Zweifel nicht verschwiegen wurden, mit denen beide sich das eine oder andere Mal schon konfrontiert sahen. Die Konzertlesung in Kohlberg machte bewusst, dass Schicksalsschläge und schwierige Lebensumstände nicht in Verzweiflung enden müssen, sondern daraus auch Hoffnung und Lebensmut wachsen können.

Beide Künstler leben authentisch, verkünsteln sich nicht, sondern geben ehrlich Zeugnis von sich selbst. Sie machen im Gespräch auf der Bühne deutlich, wie sie empfinden und denken und Freude am Leben haben. Beispielsweise mit dem Lebensmotto von Samuel Koch, sich nicht da­rauf zu konzentrieren, was er alles nicht mehr kann, sondern was er kann. Sänger Samuel Harfst bringt hingegen in seinem neuen Album „Endlich da sein, wo ich bin“ die Veränderung in seinem Leben zum Ausdruck.Mara Sander

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