Zwischen Neckar und Alb

Zweifel erlaubt

Jeder gescheiten Aktion geht in der Regel ein Plan voraus. Gründe, Berufspendler und Sonntagsfahrer zum Umstieg aufs Rad zu bewegen, gibt es hierzulande reichlich. Wer sich auf der B 10 allmorgendlich auf dem Weg zur Arbeit durchs chronisch verstopfte Neckartal quält, wird einmal schon neidisch hinübergeschaut haben zu denen, die langsam aber stetig auf dem Radweg nebenan Strecke machen. Zum praktischen Aspekt kommt der Umweltgedanke, der spätestens seit Feinstaub als ernst zu nehmende Gesundheitsgefahr gilt, nicht mehr nur eine Frage des Lifestyles ist.

Der jetzt entworfene Masterplan des Landkreises für ein sicheres und gut ausgebautes Radwegenetz ist also durchweg sinnvoll. Und doch bleibt er das, was er ist: ein Plan. Eine Entscheidungsgrundlage – mehr nicht. Damit aus bedrucktem Papier zügig Radpisten werden, muss vieles zusammenpassen, müssen alle Beteiligte ein gemeinsames Interesse verfolgen. Ämtervertreter in Bund, Land, Kreis und Gemeinden, Kommunalpolitiker, Bürgermeister und Grundbesitzer.

Wie viel Sand bisweilen im Getriebe steckt, wird zurzeit zwischen Ohmden und Schlierbach augenfällig. Obwohl die dort geplante Trasse politisch längst beschlossene Sache ist und das Geld bereit steht, wird vor Ende 2018 wohl kein Velo rollen. Das Genehmigungsverfahren dauert, obwohl die beiden Landkreise hier alleine das Sagen haben. Was als Zielnetz „Radverkehr 2025“ jetzt auf dem Tisch liegt, liest sich gut. Zweifel sind dennoch erlaubt.

BERND KÖBLE

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