Zwischen Neckar und Alb

Zweiter Halt hat wenig Chancen

Bahnprojekt Der Regionaldirektor Thomas Kiwitt sorgt im Gemeinderat für Zündstoff. Aus für zweiten S-Bahn-Halt?

In der Nähe der Sportanlage möchte die Stadt eine S-Bahnhaltestelle.Foto: Roberto Bulgrin
In der Nähe der Sportanlage möchte die Stadt eine S-Bahnhaltestelle.Foto: Roberto Bulgrin

Wendlingen. Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor des Verbandes Region Stuttgart, stand im Wendlinger Gemeinderat Rede und Antwort. Die Verwaltung und der Gemeinderat hatten ihm im Vorfeld seines Besuches einen Fragenkatalog zukommen lassen. Vor allem der zweite S-Bahn-Halt bei den Sportanlagen beschäftigt das Gremium seit Jahren.

Wichtig sei die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, sagte Kiwitt. Denn das Verkehrssystem in der Region sei am Limit. Damit griff er ein heiß diskutiertes Thema auf: die Fortschreibung des Regionalverkehrsplans. Für den Ringschluss der S-Bahn von den Fildern ins Neckartal habe man bereits Varianten geprüft, berichtete er. Derzeitiger Favorit sei die Verbindung von Böblingen über den Flughafen und die Neubaustrecke nach Nürtingen. Höchste Dringlichkeit habe die große Wendlinger Kurve, die die Strecke von Tübingen nach Stuttgart mit der Neubaustrecke zweigleisig verbinden soll. Die Deutsche Bahn sehe aber keinen Handlungsbedarf.

Keine Dringlichkeit hat für den Verband Region Stuttgart dagegen ein zweiter S-Bahn-Halt in Wendlingen. Das sieht nicht nur der FWV-Fraktionsvorsitzende Werner Kinkelin anders. Das Fahrgastaufkommen sei sicherlich größer als in Altbach, meinte er. Bürgermeister Steffen Weigel verwies auf das geplante Neubaugebiet. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ansgar Lottermann meinte, dass der Ringschluss bis Nürtingen den Wendlingern gar nichts bringe, war empört über den Ausbau der A 8 und blieb damit in der Ratsrunde nicht alleine: „Wer die Straßen entlasten will, muss mehr für den öffentlichen Nahverkehr tun.“

Trotz erheblicher Investitionen sei es bisher nicht gelungen, mehr Autofahrer zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen, stellte Thomas Kiwitt fest. Und der langfristig sogar zehnspurige Ausbau der A 8 sei dringend notwendig. Denn Fahrzeuge, die nicht die Autobahn nutzten, führen auf der B 10.

Jede Kommune habe ja noch die Möglichkeit, zur Fortschreibung des Regionalverkehrsplans Stellung zu nehmen. Letztlich handele es sich aber um politische Entscheidungen.Sabine Försterling

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