Lokalsport
Ötlinger Pistoleros gut in Schuss

Sportschießen Nach dem umstrittenen Aus der Bundesligasaison nimmt der TSVÖ an einer Freundschafsrunde teil.

Kirchheim. Sofortiger Wiederaufstieg in die Bundesliga war das erklärte Ziel der Ötlinger Luftpistolen-Schützen. Doch Corona schoss quer. Wegen der Viruskrankheit hat, wie berichtet, der 15-köpfige Ligaausschuss des Deutschen Schützenbundes mit 10:5 Stimmen die Saison der ersten und zweiten Liga abgesagt. Es gab Bedenken, dass die Schützen nach Auswärtsfahrten eine längere Quarantäne in Kauf nehmen müssten und dies negative Auswirkungen auf den beruflichen Alltag hätte. Auch Probleme mit Unterkunft und Reisebeschränkungen führten zu diesem Beschluss.

Eine Entscheidung, die in Schützenkreisen hohe Wellen schlägt. Nachdem sich schon die Deutschen Meisterschaften in Schall und Rauch aufgelöst hatten, fehlt vielen Aktiven ohne sportliches Ziel die Motivation. „Warum soll unser Sport gefährlicher sein als Urlaubmachen, Festefeiern oder Fußballspielen, wo sogar Zuschauer erlaubt sind?“, fragt sich der ­Ötlinger Schützenchef ­Joachim Poppek. Andererseits gibt er aber auch zu bedenken: „Wir als Verein haben die Verpflichtung, darauf zu achten, dass unsere Schützen gesund bleiben.“

Im Zwiespalt wie er sind viele. Zum Beispiel DSB-Vize und Ligaausschuss-Vorsitzender Gerhard Furnier: „Das ist ein herber Rückschlag für die Bundesliga und den Schießsport in Deutschland allgemein.“ Zur Rettung der Saison hatte er Fern­wettkämpfe vorgeschlagen, was jedoch im Ausschuss nicht akzeptiert wurde.

Bezirksoberliga statt Bundesliga

Auf Länderebene gelten andere Regelungen. So sind in Würt­temberg Fernwettkämpfe im Modus einer Freundschaftsrunde ohne Auf- und Abstieg erlaubt - unter Einhaltung von Abstandsregelungen und diverser Hygienekonzepte auch im Schützenhaus Rübholz kein Problem. So haben sich die Ötlinger entschieden, einmal im Monat mit einer Mannschaft in der Bezirks-Oberliga, sporadisch verstärkt durch Bundesliga-Schützen, Wettkampfluft zu schnuppern. Die Gegner kommen aus Tübingen, Unterhausen und Kohlberg.

Ötlingen startete mit respektablen Resultaten in die ersten beiden Runden mit kaum mehr als einer halben Stunde Pause. Gut in Schuss war Jörg Kobarg aus dem Bundesligateam mit 376 und 374 von 400 möglichen Ringen. Stefan Schaufler erzielte 371/364, Roland Blumenthal 369/363, Patrick Mercz 362/361 und Alexander Klamt 344/344 Ringe. Das ergab 1821 Ringe im ersten Durchgang, 1807 im zweiten. „Für den Start nicht schlecht, aber es gibt noch Luft nach oben“, sagt TSVÖ-Chef Joachim Poppek. Beispielsweise beim nächsten Wettkampf am 8. November. Klaus Schlütter