Wunder gibt es immer wieder“, sang einst Katja Ebstein. Hatte die Schlagersängerin recht? Wichtig ist, fest daran zu glauben. Nur dann haben die Ötlinger Schützen, die als einziges Team sieglos sind und das Tabellenende der Luftpistolen-Bundesliga zieren, noch die Chance, nach dem famosen Aufstieg Anfang dieses Jahres den sofortigen Wiederabstieg zu verhindern.
Wie? Die Rechnung ist einfach: Mit zwei Siegen in den restlichen vier Ligakämpfen auf den elften und damit vorletzten Tabellenplatz vorschieben, danach die Relegation gegen die jeweiligen Ersten der 2. Ligen Süd und Südwest gewinnen. „Das wäre vielleicht machbar“, meint Ötlingens Liga-Experte Joachim Poppek.
Vor den letzten beiden Bundesliga-Wettkampftagen noch alles graue Theorie, die im Heimkampf in der Kirchheimer Sporthalle Mitte so stehen blieb. Gegen den ESV Weil am Rhein, den Titelverteidiger, setzte es mit 1:4 die erwartete Niederlage. Bei den Gästen glänzte Nationalschütze Michael Schwald an seiner früheren Arbeits- und Trainingsstätte mit 386 Ringen. Den Ehrenpunkt fürs Ötlinger Team erkämpfte Matea Strbac mit 375 Ringen. Maximilian Mauch (374), Stefan Schaufler (371) und die junge Amelie Vogler (370) standen ihr kaum nach, ergänzt von Stefan Scharpf (359). Mit dem Gesamtergebnis von 1849:1895 Ringen bewegte sich die Niederlage im erwarteten Rahmen.

Die HSG München sorgte mit ihrem 3:2-Sieg gegen die SGi Waldenburg trotz geringerer Gesamt-Ringzahl (1858:1867) für eine Überraschung, die sie in erster Linie dem italienischen Nationalschützen Federico Maldini (385 Ringe) verdankte. Die SGi Ludwigburg bezwang den SV Kelheim-Gmünd ebenfalls mit 3:2, wobei die Verlierer mit 1878:1872 auch mehr Ringe erzielten als die Gewinner.
Erfreulich für die Gastgeber, dass sich alle beteiligten Mannschaften mit einem Lob für die gute Organisation und den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung verabschiedeten. „Es hat alles perfekt geklappt. Ich ziehe den Hut vor dem gesamten Team,“ freute sich Abteilungsleiter Roland Preissler.
Parallel zu Kirchheim wurde auch in Waldkirch geschossen. Dabei musste der Ötlinger Robin Walter vom TSV mit Hambrücken kurz nach seiner Rückkehr von der WM aus Kairo zwei bittere Niederlagen einstecken – im Team mit 2:3 gegen die Gastgeber und im persönlichen Duell gegen Alexander Kindig (379:385 Ringe). KKS Hambrücken ist nun nur noch Tabellensechster, während sich gleich fünf Teams um die Führung in der Bundesliga Süd streiten.

