Beifall brandete auf bei jedem Treffer in die schwarze „Zehn“. Er wurde lauter, je länger der Wettkampf im Rübholz dauerte. Nach einem durchwachsenen Auftakt trafen die Luftpistolenschützen des TSV Ötlingen immer häufiger ins Zentrum der Scheibe und sicherten sich durch einen eindrucksvollen 3:2-Sieg mit 1856:1847 Ringen gegen KKS Hambrücken II die Meisterschaft der 2. Liga Südwest. Sie qualifizierten sich damit ungeschlagen für die Relegation zur Bundesliga-Aufstiegsrunde am 25./26. Januar in Großaitingen bei Augsburg.
Der Titelgewinn auf eigener Anlage ist jedoch nur ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zum möglichen Wiederaufstieg in die Bundesliga. Erst, wenn Ötlingen im Fünfer-Feld der Relegation (die jeweils zwei Ersten aus Süd und Südwest plus dem Elften der 1. Liga) einen der beiden ersten Plätze belegt, kehrt der TSV in die höchste deutsche Schützenklasse zurück.
Dass die Rübholz-Schützen dazu durchaus in der Lage sind, zeigte sich beim letzten Wettkampf des Sonntags. Wirkte der TSV am frühen Morgen unter Siegzwang gegen die Sportschützen March noch reichlich unausgeschlafen (nur 1815 Ringe), lief das Team am Nachmittag zur absoluten Hochform auf. „Was die Mannschaft da geboten hat, war das Beste in der ganzen Saison“, freute sich Seniorchef Joachim Poppek. Mit dauerhaft 1856 Ringen wie der Leistung gegen Hambrücken II könnte Ötlingen auf Dauer auch im Oberhaus bestehen. So beendete vergleichsweise die KKS Hambrücken I – allerdings ohne den wegen einer Handverletzung pausierenden Robin Walter – die Saison parallel mit 1859 und 1843 Ringen als Tabellenfünfte.
Frauen-Power entscheidet
Am Schlusstag der regulären Saison schossen wieder einmal die Frauen den Vogel ab. Die deutsche Meisterin Marijana Matea Strbac glänzte mit 383:376 Ringen gegen Celina Maria Paula Becker. Die junge italienische Gastschützin Margherita Brigada Veccaro mit neuer, ungewohnter Waffe ließ Mia Fuchs nach nervösen Beginn und furioser Steigerung mit 379:371 keine Chance. Den entscheidenden dritten Punkt für Ötlingen erkämpfte Stefan Schaufler mit 371:364 gegen Sabrina Newton. Stefan Scharpf und der gesundheitlich leicht angeschlagene Maximilian Mauch trugen 363 und 360 Ringe zum siebten Gesamterfolg im siebten Wettkampf dieser Saison bei.

