Fußball-Landesligist TSV Weilheim zwingt Titelmitbewerber SC Geislingen beim 3:1 in die Knie
0:1-Rückstand als Motivationspille

Fußball-Landesligist TSV Weilheim bleibt weiter in der Erfolgsspur. Mit dem 3:1 (0:0)-Erfolg gegen den SC Geislingen verbesserte sich die Elf von Trainer Alexander Hübbe auf den zweiten Tabellenplatz – beste Platzierung in dieser Saison bislang. Weiterhin gilt: In dieser Form sind die Limburgstädter ein ernsthafter Kandidat für den Verbandsliga-Aufstieg.

Weilheim. Zurzeit ist es für jeden Gegner schwer, gegen den TSV Weilheim Punkte zu holen. Dies musste der Geislinger Spielertrainer Benjamin Geiger nach Spielschluss neidlos anerkennen. „Wir haben verdient verloren“, sagte er. Auch der 1:0-Führungstreffer für sein Team brachte nicht den gewünschten Erfolg, sondern sorgte lediglich dafür, dass die Limburgelf noch eine Schippe drauflegte und innerhalb von nur drei Minuten das Spiel drehte. Weilheims Trainer Alexander Hübbe hatte nach eigener Darstellung nie das Gefühl, dass etwas schief gehen könnte: „Ich wusste, dass meine Mannschaft auch ein Rückstand nicht umwerfen würde.“ Einmal mehr spielten die Limburgstädter einen attraktiven Landesliga-Fußball. Auch der Ausfall der kompletten Innenverteidigung (Nick Stroh­maier Rotsperre, Martin Kirschmann verletzt) brachte das Team nicht in Schwierigkeiten, denn Andreas Elsässer und Daniel Heisig machten ihre Sache gut und ließen fast keine Torchancen der Gäste zu.

Von Beginn an setzten die Weilheimer Spieler die Vorgaben ihres Trainers um, den Gegner früh unter Druck zu setzen und sich mit schnellen Kombinationen gute Einschussmöglichkeiten zu erspielen. Nach nicht einmal drei Spielminuten gelang fast die Weilheimer Führung. Nach einer Flanke von Kai Hörsting ging der Volleyschuss des frei stehenden Ferdi Er einige Meter über die Querlatte (3.). Es war in der Anfangsphase ein abwechslungsreiches Spiel, in dem sich die Gäste recht schwer taten gegen die gut positionierte Weilheimer Abwehr. Die besseren Möglichkeiten besaßen eindeutig die Gastgeber – der Ex-Geislinger Michael Schweizer hatte allerdings kein Glück, als sein Flachschuss an den Torpfosten knallte (24.). Danach tat der Geislinger Mittelfeldspieler David Leu kurz vor der Halbzeitpause seiner Mannschaft einen Bärendienst. Weil ein Weilheimer Spieler ihn beim Einwurf störte, meckerte er – und wurde vom Schiedsrichter Jochen Rottner wegen Beleidigung des Feldes verwiesen (siehe auch Landesliga-Szene). „Ich hätte mir in dieser Situation mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Eine Gelbe Karte hätte auch gereicht“, hatte der Geislinger Trainer kein Verständnis für den Platzverweis.

Zunächst sah es nicht danach aus, als ob das Überzahlspiel im zweiten Durchgang den Weilheimern zum Vorteil gereichen würde. Noch nicht einmal eine Minute war gespielt und Markus Schweizer gelang nach der ersten Unachtsamkeit in der Weilheimer Hintermannschaft der 1:0-Führungstreffer (46.). Die Hübbe-Elf zeigte sich wenig beeindruckt und erzielte nur zwölf Minuten später nach einem Eckball von Michael Schweizer durch den sträflich frei stehenden Michele Latte den hoch verdienten 1:1-Ausgleichstreffer (54.). Der Jubel war noch nicht richtig verhallt, als Ferdi Er mit einem wunderschönen Distanzschuss zum 2:1 (57.) seine exzellente Leistung krönte. „Wenn wir die Gegentore nicht so schnell bekommen hätten, wären wir sicherlich nicht chancenlos gewesen“, meinte Geiger. Nach der schönsten Kombination gelang Emrah Polat mit dem 3:1 die Vorentscheidung (63.). Danach versuchten die Gäste noch einmal alles, dem Spiel eine Wende zu geben, aber gegen eine Defensive starke Weilheimer Hintermannschaft und mit einem Mann weniger gelang das nicht. Spielfazit: In dieser Form ist der TSVW ganz schwer zu schlagen.me

TSV Weilheim: Treiber – Gabriel, Elsässer, Heisig, Großhans –Schweizer (76. Uluköyli), Kuch, Polat, Er, Latte (76. Zaglauer) – Hörsting (88. Hummel).

SC Geislingen: Gruca – Mühlhäuser, Mayer, Geiger, Schweizer – Nigl (89. Feldmeier) Leu, Nguyen (76. Wiesner), Akcay (67. Medicina), Volk – Zuljevic.

Tore: 0:1 Schweizer (46.), 1:1 Latte (54.), 2:1 Er (57.), 3:1 Polat (63.)

Gelbe Karten: Gabriel, Schweizer, Heisig, Latte, Er, Hummel – Volk, Medicina, Feldmeier.

Rote Karte: Leu (37./SCG/Beleidigung)

Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Jochen Rottner (Ludwigsburg)