Ludwigsburg. Selten zuvor hat eine Lateinformation das Oberligageschehen derart beherrscht wie der TSC Kirchheim in dieser Saison – bei allen fünf Turnieren jeweils fünf Mal die Traumnote 1 zu ergattern und damit ungefährdet in die Regionalliga aufzusteigen, das hat es in 20 Jahren Formationstanz in der Oberliga Süd noch nie gegeben und nötigt selbst Verbandsoffiziellen Respekt ab. „Warum sollte jemand die 2 ziehen, wenn der Zweitplatzierte mit dem Ersten nicht mithalten kann“, stellt Andreas Fritz vom Ligabereich Süd die rhetorische Frage, „wenn eine Mannschaft so gut ist, sind sich die Wertungsrichter da auch einig.“
Die Kirchheimer haben vom ersten Turnier vor eigenem Publikum Ende Januar an keinen Zweifel an ihren Titelambitionen aufkommen lassen. Schließlich hatten sie zuvor knapp ein Dreivierteljahr an neuer Choreografie und neuer Musik gefeilt, um nach zwei vergeblichen Anläufen endlich in die bundesweit drittklassige Regionalliga aufzusteigen. „Das Team hat zielstrebig gearbeitet“, sagt der TSC-Vorsitzende Harald Gneiting, „dass es geklappt hat, ist Bestätigung für einen langen, harten Weg.“
Der hatte die TSC-Lateiner zum fünften und letzten Saisonturnier vor Wochenfrist nach Ludwigsburg geführt, wo der Titel nach zuvor vier Siegen bereits feststand. Der Partystimmung tat‘s keinen Abbruch, zumal es für die Leistung auf dem Parkett der Barockstadt erneut fünf „Einser“ gab. „Ein paar Jungs hatten zur Feier des Tages Sektkübel mit Champagner organisiert“, beschreibt TSC-Trainer Sven Bodamer die feucht-fröhliche Stimmung, die in einer Polonaise durch die Halle gipfelte. Da das Turnier sonntags stattfand, verzichteten die Kirchheimer auf die große Sause. „Dafür ist am Samstag Saisonabschlussparty in Ludwigsburg“, vertröstet Bodamer. Grund zum Feiern wird dann auch die zweite TSC-Formation haben, die als Aufsteiger am letzten Turniertag den anvisierten Klassenerhalt schaffte.
Katerstimmung wird bei den TSC-Lateinern hinterher kaum aufkommen – die Kirchheimer können Musik und Choreografie ihrer Meistersaison auch in der Regionalliga tanzen. Die Saisontermine werden im Sommer bekannt gegeben, Start in der dritthöchsten deutschen Formationsklasse wird zwischen Januar und Mai 2015 sein. Bis dahin will das A-Team personell aufrüsten, setzt dabei auch auf die Zugkraft des Aufstiegs. „Für viele wird der TSC als Neu-Regionalligist sicher eine interessante Adresse“, weiß Klub-Boss Gneiting, der auch persönlich ein positives Fazit ziehen kann. Mit Ehefrau Elke belegte der 41-Jährige bei der TBW-Trophy in Tübingen Platz zwei der Senioren I A Standardklasse. Platz zwei und drei bei den Senioren III S Standard gab‘s für Karl und Lilo Kunstfeld.
