Heiningen. Die VfL-Handballer starteten ordentlich in die Partie, danach gerieten sie durch technische Fehler und einen verworfenen Strafwurf ins Hintertreffen. Nach zehn Minuten stand‘s 4:6. Dann zog Dennis Müller im zentralen Rückraum das Tempo an, brachte Struktur und Druck ins VfL-Spiel. Gekonnt setzte er vor allem die Riege der Linkshänder in Szene: Simon Latzel, Marcel Metzger und Robin Habermeier konnten sich alle in die Torschützenliste eintragen. Nach der 9:6-Führung (20.) durch einen Metzger-Konter zogen die Verantwortlichen auf der Heininger Bank in Person von Trainer Marcus Graf den grünen Karton zur Auszeit. Ein Knackpunkt.
Der A-Jugendliche Lukas Lehmann konnte nun zwar mit einem sehenswerten Unterarmwurf auf 10:6 erhöhen, anschließend lief beim VfL allerdings nicht mehr viel zusammen. Insbesondere die Abwehr ließ die nötige Konsequenz gegen die Heininger Rückraumschützen vermissen, im Angriff wurde zu drucklos agiert und die spärlich herausgespielten Chancen blieben zu oft ungenutzt. Der herausgespielte Vorsprung war bis zur Halbzeitpause (12:12) verbraucht. Auch eine zwischenzeitliche Auszeit von Coach Wagner und die Einwechslung von Neuzugang Manuel Weiler ins Tor trugen keine Früchte.
Zu Beginn der zweiten Hälfte machte die Wagner-Sieben da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatte. Zwar konnte man trotz löchriger Abwehr und ausgelassenen Torchancen noch bis zum 15:16 mithalten, doch was dann kam, hatte mit Landesliga-Handball nicht mehr viel zu tun. Eine ideenlose Angriffsleistung wurde durch eine leidenschaftslose Vorstellung in der Abwehr komplettiert. Besonders der Heininger Alexander Weber hielt die VfL-Verteidigung immer wieder zum Narren. Über 18:15 (40.) und 23:17 (45.) zogen die Hausherren auf das vorentscheidende 27:19 (50.) davon. Dass dies schon die Entscheidung gewesen sei, war bei der ständig spürbaren Verunsicherung selbst den eingefleischtesten VfL-Fans klar. Woher die Mannschaft danach Leidenschaft, Aggressivität und Biss nahm, fragten sich allerdings alle. Tor um Tor holte der VfL jetzt auf – der Rückstand schmolz beträchtlich. Ein sicherer David Pisch zwischen den Pfosten und eine Mannschaft die rannte wie die Feuerwehr, hatten nach Treffern der Rückraumschützen Lukas Lehmann und Marcel Metzger bis zur 60. Spielminute den Anschluss wieder hergestellt (26:27). Jetzt winkte noch das Unentschieden: eigener Ballbesitz und noch fast 60 Sekunden Spielzeit.
Doch nun ließ der VfL jegliche Cleverness vermissen, denn mehr als ein direkter Freiwurf mit der Schlusssirene sprang nicht mehr heraus. Dieser touchierte abgefälscht die Latte – bitter für die Kirchheimer, die im 12. Saisonspiel ihre siebte Niederlage kassierten und sich zusammen mit dem Trainer nun fragen lassen müssen, weshalb eine gute Leistung erst dann gezeigt wird, wenn alle Felle schon davongeschwommen sind. Fazit: Der Abwärtstrend hielt an und den gilt es gegen Schorndorf nun zu stoppen.fr
VfL Kirchheim: Pisch, Weiler – S. Smetak (3), Latzel (2), M. Mikolaj (3), Real, Keller (1), Metzger (8), Lehmann (3), J. Mikolaj (4), Müller, Schicht, Habermeier (2), F. Smetak
