Fußball-Bezirksliga
3:0 – Der TSV Jesingen wie Phoenix aus der Asche

Das Teck-Trio streicht die volle Punkteernte ein. Kirchheim und Weilheim feiern Arbeitssiege.

Eitel Sonnenschein trotz Dauerregens: Die gute Laune ist in den Jesinger Lehenäckern zurück. Foto: Frank Michael Tilp

Am Ende war es imposant: Wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche gelang den Bezirksligaakteuren des TSV Jesingen gestern in den heimischen Lehenäckern die Rückkehr in die Erfolgsspur. Mit einem insgesamt ungefährdeten 3:0 (2:0) gegen die TSG Salach feierte Neu-Trainer Christian Mirbauer nach einer langen Jesinger Leidenszeit mit vielen Gegentoren einen erfolgreichen Heim-Einstand. „Man merkt, wie sich jetzt gerade alle freuen“, beobachtete der Coach unmittelbar nach dem Schlusspfiff das Geschehen um ihn herum. Die Basis für den Erfolg, so der Trainer weiter, sei der tiefe Platz, der Dauerregen und der große Kampf und die Moral seiner Jungs gewesen.

Große Dosis Selbstvertrauen

Tatsächlich schienen die Jesinger Kicker mit einer großen Dosis Selbstvertrauen geimpft worden zu sein. Die Lethargie der letzten Wochen scheint dahin. Dazu kam ein kluger Schachzug in der Aufstellung: der gelernte Stürmer Alessio Setzu fand sich als rechter Verteidiger wieder und sollte im Zusammenspiel mit Kapitän Timo Mader Tempo über den Flügel generieren. Der Plan ging ob des tiefen Geläufs zwar nicht ganz auf, dennoch machte Setzu seine Sache so gut, dass es wohl keine Eintagsfliege bleiben wird „Wenn man Spiele gewinnt, muss man nicht viel ändern“, war der augenzwinkernde Kommentar von Christian Mirbauer.

Die Gerstenklopfer begannen die Partie druckvoll. Trotzdem gehörte die erste Torchance den Gästen als Gökdeniz Celik mit einem 20-Meter-Freistoß das Lattenkreuz erzittern ließ (6.). Mitten in die folgende TSG-Druckphase fiel dann der Jesinger Führungstreffer fast von der Grundlinie aus. Bayern-Star Luis Diaz stand offenbar Pate für die erfolgreiche Kopie seines Treffers gegen Union Berlin am Tag zuvor. Die wenigen Zuschauer spürten das neue Selbstvertrauen der Jesinger und sahen die eindeutige Körpersprache. Die TSG verzeichnete zwar noch einen Lattentreffer durch Albian Fetaj (23.), das Tor machten aber wieder die Einheimischen. Nach dem Seitenwechsel markierten die TSV-Kicker mit blitzschnellem Umschaltspiel das vorentscheidenen 3:0 und knickten auch nicht mehr ein, als sie nach einer „Ampelkarte“ für Mittfeldmotor Phil Haußer die letzte Viertelstunde zu Zehnt agieren mussten. Kurz vor dem Ende hatte Youngster Dominik Salinovic nach einer Flanke von Marc Laier gar das 4:0 quasi auf der Stirn. TSG-Keeper Nagel klärte den platzierten Kopfball aber mit einer Glanzparade.

Hader mit dem Referee

Gar nicht gut auf den Unparteiischen Patrick Stöcker war VfL-Coach Ferdi Er zu sprechen: „Der Schiedsrichter hat sehr kleinlich und in den meisten Fällen gegen uns gepfiffen“, echauffierte sich der einstige Oberligaspieler. Am Ende war es ein hart erkämpfter Sieg der Kirchheimer beim TSV RSK Esslingen – mit einem alles andere als gewöhnlichen Ergebnis von 5:4 (3:1) aus VfL-Sicht. Nach verschlafenen ersten zehn Minuten zeigten die VfL-Kicker eine engagierte erste Spielhälfte, die in einer deutlichen Halbzeitführung gipfelte. Auch nach dem Seitenwechsel dominierte zunächst der VfL, führte zwischenzeitlich mit 5:2 – und ließ sich doch fast noch die sprichwörtliche Butter vom Brot nehmen. Einen finalen Esslinger Fallrückzieher in der Schlussminute entschärfte VfL-Goalie Nico Nagel und hielt damit drei Punkte für die Kirchheimer fest, die wettbewerbsübergreifend den dritten Sieg in Folge verbuchten. „Spielerisch bin ich mit der ersten Halbzeit, von der Moral her mit der zweiten Halbzeit zufrieden“, resümierte Ferdi Er nach dem Abpfiff.

Hitzige Atmosphäre

Emotionsgeladen ging das zweite Duell des TSV Weilheim binnen vier Tagen mit dem Namensvetter aus Oberboihingen – dieses Mal am Neckarufer – über die Bühne. Nach dem 3:0 im Pokalwettbewerb behielt die Truppe von Salvatore De Rosa auch im Punktspiel die Oberhand und siegte 3:1 (2:1). Eine von den Weilheimern nicht sauber verteidigte Situation hatte allerdings früh zum 0:1-Rückstand geführt. Danach agierten die Limburgkicker aber überlegen und sicherten sich schon zur Halbzeit die verdiente Führung, die bei weiteren vergebenen Chancen durch Morris Maier, Christoph Bauer und Michael Hartig deutlicher hätte ausfallen können. Als TSVO-Akteur Philipp Röseke in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, schienen die Weilheimer leichtes Spiel zu haben. Doch trotz Überlegenheit agierten sie teils schlampig im Abschluss. Auf der Kippe stand die Partie deshalb freilich nie. „Mit dem Ergebnis und der Spielweise in der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Im zweiten Spielabschnitt hätten wir mehr draus machen müssen“, zog TSV-Coach De Rosa ein kritisches Fazit der Partie.