Monatelang hatten sie gehofft und gebangt. Allerdings vergeblich. Schon nach nur 40 Minuten des letzten Wettkampf-Wochenendes in Ludwigsburg senkten sich die Daumen nach unten: Ein Jahr nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga waren die Ötlinger Pistolenschützen wieder in die zweite Liga abgestiegen, von wo sie im Herbst 2025 hergekommen waren. „Uns hat halt a Muggeseggelle g‘fehlt“, kommentierte Schützenchef Roland Preissler die Enttäuschung auf gut Schwäbisch.
Von der zehnten Ötlinger Niederlage im elften Wettkampf profitierten indirekt die Mannschaften aus Hitzhofen-Oberzell und der HSG München, die trotz zweier Pleiten am Schluss mit jeweils zwei Saisonsiegen gerettet waren. Für die DM-Finalrunde gegen die vier Ersten aus dem Norden qualifizierten sich SV Kelheim, ESV Weil mit dem Ex-Ötlinger Michael Schwald (293 Ringe) gegen Ludwigsburg, SV Waldkirch und KKH Hambrücken.
Zwei Siege im Stechen
Im ersten Duell mit den Schützen aus Kempten leistete der TSV Ötlingen noch hartnäckig Widerstand. Die Italienerin Margherita Brigida Veccaro gewann nach 377:377 Ringen gegen Alessandra Fait das Stechen mit 9:8. Ebenso Stefan Schaufler nach 365:365 mit 10:9 gegen Adrian Feser. Maximilian Mauch ging gegen Andreas Heise (370:376) leer aus, ebenso Amelie Vogler gegen Ralf Behl (353:371). Marijana Matea Strbac fehlte gegen Michael Heise das entscheidende Pünktchen (376:377). Die folgenschwere 2:3-Niederlage war damit perfekt.
Enttäuscht und so gut wie chancenlos ging es am nächsten Vormittag in den Wettkampf gegen Hambrücken, das seinerseits ebenfalls unter Zugzwang stand, um die Endrunde der Deutschen Meisterschaft zu erreichen.
Robin Walter zuverlässig
Das gelang Hambrücken mit einem 3:2-Erfolg, zu dem Robin Walter gewohnt zuverlässig 386 Ringe beitrug. Den Ötlinger Ehrenpunkt zum 1:4 erkämpfte Stefan Schaufler mit 375:373 Ringen gegen Fries. Für Margherita Veccaro (362), Maximilian Mauch (367), Marijana Strbac (368) und Amelie Vogler (360) blieb die Hoffnung auf den Wiederaufstieg 2026, den Ex-Chef Joachim Poppek von vornherein als sinnvoller für die Entwicklung der Mannschaft betrachtet hatte.

