VfL-Handballer nach Niederlage in Nürtingen vorzeitig aus Landesliga abgestiegen
Abschied mit erhobenem Kopf

Aus und vorbei: Die Landesliga-Handballer des VfL Kirchheim sind nach der 28:31 (15:13)-Niederlage bei der TG Nürtingen und dem gleichzeitigen Sieg der SV Mössingen in Rottweil vorzeitig abgestiegen. Dabei hatten die Kirchheimer lange an einer Überraschung gegen den Tabellenvierten geschnuppert.

Nürtingen. Bereits vor Spielbeginn war klar, dass der VfL das Gastspiel in Nürtingen unter erschwerten Bedingungen bestreiten musste. Aufgrund der kurzfristigen Ausfälle von Roman Keller, Alexander Späth und Marco Castello fehlten VfL-Trainer Engelbert Eisenbeil wichtige Alternativen. So war die Kirchheimer Ersatzbank mit nur zwei Feldspielern und einem Torhüter doch recht überschaubar besetzt.

Nichtsdestotrotz begannen die Teckstädter mutig und hielten die Partie in den ersten zehn Minuten ausgeglichen (7:7). Zwar funktionierte die Abstimmung in der Abwehr noch nicht optimal, doch in der Offensive präsentierte sich in dieser Phase vor allem die rechte Angriffsseite mit Matthias Mikolaj und Simon Latzel äußerst effektiv. In der Folgezeit agierte die Defensive der Kirchheimer deutlich konzentrierter und auch der Angriff fand ein ums andere Mal die Lücken in der Nürtinger Deckung. Dementsprechend setzte sich der VfL auf 11:7 ab (16.). Weitere sechs Minuten später glich die TG Nürtingen wieder aus (11:11). Doch die Kirchheimer erspielten sich erneut einen Vorsprung, den sie bis zur Halbzeitpause verteidigen konnten. So wurden die Seiten bei einer überraschenden, jedoch keineswegs unverdienten 15:13-Führung gewechselt. Indessen verschärfte sich die Personalsituation des VfL, denn unmittelbar vor Ende der ersten Hälfte verletzte sich Sebastian Smetak bei einer Abwehraktion am Sprunggelenk und konnte fortan nicht mehr eingesetzt werden.

Im zweiten Durchgang erwischte die Tecksieben einen schlechten Start und geriet durch einfache Gegentreffer in Rückstand (15:16), sodass sich Engelbert Eisenbeil bereits nach fünf Minuten zur Auszeit gezwungen sah. Diese zeigte zunächst Wirkung, denn seine Mannschaft stabilisierte sich bis zur 42. Minute wieder (18:18). Zudem hielt David Pisch den VfL mit starken Paraden im Spiel. Weitere zehn Zeigerumdrehungen später machte sich der Kräfteverschleiß der Kirchheimer deutlich bemerkbar. Die Offensive des VfL konnte nicht mehr den nötigen Druck aufbauen, und so fehlte den Angriffsaktionen die letzte Konsequenz. Die TG Nürtingen nutzte diese Schwächeperiode eiskalt aus und setzte sich auf 26:21 ab. Doch ähnlich wie in den vergangenen Wochen kämpften sich die Gäste, angetrieben von Rückraumspieler Martin Rudolph, zurück in die Partie. Beim 26:27 war der Anschluss wiederhergestellt (55.). Nach dieser Aufholjagd konnten die Kirchheimer jedoch nicht mehr nachlegen und so verlor der VfL letztendlich 28:31.

Wenngleich am Ende eine erneute Niederlage zu Buche stand, konnten die Kirchheimer das Feld mit erhobenem Kopf verlassen. Denn obwohl der VfL mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft antrat, bewiesen die Akteure Moral und stellten die favorisierten Gastgeber immer wieder vor Probleme. Da die SpVgg Mössingen zeitgleich gewann, steht der Abstieg des VfL in die Bezirksliga fest. Doch die Kirchheimer wollen sich in den drei ausstehenden Begegnungen mit Anstand aus der Liga verabschieden. Nächster Gegner ist der TV Aixheim, der kommenden Samstag in der Kirchheimer Walter Jacob-Halle gastiert.ol

TG Nürtingen: Deininger, Reinhardt – Mangold (4), Bauer (1/1), Ahlgrimm (3), Gehring (1), Kaplick (5), Arbeiter (5), Wurster, Promies (4), Schicht, Henzler, Ulbrich (8)

VfL Kirchheim: Pisch, Oßwald – Latzel (5), S. Smetak (1), M. Mikolaj (8/1), F. Smetak (1), J. Mikolaj (1), Krempler, Rudolph (7), Kuchenbaur (5/2)