Fußball
AC Catania Kirchheim: Zwischen Aufbruch und Engpässen

Der AC Catania Kirchheim kann für kommende Saison erstmals seit 18 Jahren wieder Jugendmannschaften melden. Die angespannte Infrastruktur an der Jesinger Allee wird damit allerdings verschärft.

Die Gesichter des Jugend-Comebacks beim AC Catania: Michele Rendina, Giancarlo Crescente, Michele Mirisola und Paolo Torregrossa (von links nach rechts) auf dem vereinseigenen Platz jenseits der Lindach. Foto: Carsten Riedl

Wenn ein Fußballverein Jugendmannschaften für den Spielbetrieb meldet, ist das normalerweise nichts Ungewöhnliches. Wenn der Verein der AC Catania Kirchheim ist, allerdings schon: Kommende Saison schickt der ACC erstmals seit 2006 wieder Nachwuchsteams an den Start. Von den Bambini, bei denen es sogar für zwei Mannschaften reicht, bis zu den B-Junioren sind die Catanesi durchgehend besetzt, lediglich eine A-Juniorenmannschaft gibt es nicht. „Es war ein Kraftakt, auf den wir sehr stolz sind“, betont Vorstandssprecher Giancarlo Crescente, der gemeinsam mit Abteilungsleiter Michele Mirisola  sowie dem Jugendleiter-Duo Paolo Torregrossa und Michele Rendina als Triebfeder der seit rund einem Jahr laufenden Umstrukturierung gilt. Diese soll den zuvor nicht selten vor dem Aus stehenden Verein mit neuer Satzung und breit(er) aufgestelltem Führungspersonal fit für die Zukunft machen.

Zentraler Baustein für die Nachwuchsgewinnung war ein Jugendsichtungstag im Februar, der im Vorfeld für Unmut bei umliegenden Vereinen gesorgt hatte, die eine gezielte Abwerbung von Spielern und Trainern befürchteten. Nachdem sich der Staub mittlerweile gelegt hat und der ACC mit einem weiteren Aktionstag und vielen Gesprächen am Ball geblieben war, steht dem Neubeginn der Jugendarbeit nichts im Wege – außer der Infrastruktur. Das Sportgelände an der Jesinger Allee platzt bereits ohne Catania-Unterbau in Sachen Kabinen-, Dusch- und Parkmöglichkeiten aus allen Nähten. Von Plätzen zum Trainieren und Spielen ganz zu schweigen. Der Verein steht laut Giancarlo Crescente, der bekanntlich für die CDU im Gemeinderat sitzt, mit der Stadtverwaltung in Kontakt. Bislang allerdings ohne greifbaren Erfolg. „Die Situation spitzt sich zu“, klagt Crescente, der an die Verantwortung der Verantwortlichen appelliert, für ausreichend Sportflächen zu sorgen.

Catania-Platz ist freigegeben

Teil einer Lösung könnte der Rasenplatz zwischen Schlossgymnasium und Kunstrasen jenseits der Lindach sein, den Catania per Erbpachtvertrag mit der Stadt besitzt. Für das (Jugend-)Training wird das Geläuf bereits genutzt, laut Giancarlo Crescente hat der württembergische Fußballverband (WFV) den Platz für kommende Saison unlängst für den Spielbetrieb freigegeben. „Eine Dauerlösung kann das aber nicht sein“, betont der Vorstandssprecher, der in diesem Zusammenhang auf die Sportentwicklungsplanung hofft: Langfristig ist für das Gelände jenseits der Lindach, zu dem auch noch ein städtischer Bolzplatz zählt, ein Kunstrasen angedacht.

Das Comeback eigener Jugendmannschaften entlastet den AC Catania übrigens auch finanziell. Seitdem zur Saison 2006/07 letztmals AC-Nachwuchs gemeldet war, mussten die Kirchheimer pro Saison je nach Ligenzugehörigkeit ihrer Aktiven eine Strafe an den WFV zahlen. In den vergangenen 18 Jahren waren so 6250 Euro zusammen gekommen.