Kirchheim. Die Aufgabe war schwer, das wusste man. Mit der TG Allgäu kam der Absteiger aus der zweiten Bundesliga nach Kirchheim. Was die Turngemeinschaft so unberechenbar macht, ist ihr Gastturner Kevin Rossi. Der 22-Jährige aus Luzern ist Mitglied des Schweizer Nationalkaders. Doch die Kirchheimer wollten sich nicht verstecken, schließlich haben auch sie mit Felix Pohl einen Juniorennationalturner im Team.
Spannend wurde es gleich zum Auftakt am Boden: Die TG Allgäu legte durch Michael Urbin vor, der VfL konterte mit Simon Paul, der zum ersten Mal einen Doppelsalto in einer Bodenübung zeigte. Das ausgeglichene Ergebnis ergab keinen Score-Punkt für eines der beiden Teams. Markus Gebauer, VfL-Verstärkung aus Süßen, hinterließ einen starken Eindruck, musste sich aber ebenfalls mit einem 0:0 zufriedengeben. Den ersten Kirchheimer Punkt holte Marcus Bay hauchdünn, weil es Dominik Weber mit der am höchsten benoteten Bodenübung des Tages gelungen war, Kevin Rossi zu neutralisieren.
Genauso knapp ging es am Pauschenpferd weiter, wo Kevin Rossi zum ersten Mal seine ganze Klasse zeigte. Das Endergebnis lautete 6:4 für Kirchheim, die VfL-Turner hatten damit auch das zweite Gerät knapp gewonnen. Der Einbruch folgte an den Ringen: Nur Moritz Pohl holte an diesem Gerät drei Score-Punkte für Kirchheim. Selbst Felix Pohl richtete gegen Kevin Rossi nichts aus und gab, wie auch Marcus Bay und Markus Gebauer, jeweils vier Punkte ab. Die Turner aus dem Allgäu hatten die Partie gedreht, lagen auf einmal mit sechs Score-Punkten in Front.
Ein hartes Duell entwickelte sich dann am Sprung: Die gestreckten Tsukaharas von Marius Gebhard und Felix Pohl bewertete das Kampfgericht ein wenig besser, als die ihrer Gegner. Simon Paul reichte gegen Rossi auch ein gestreckter Tsukahara mit Schraube in den sicheren Stand nicht, der immerhin mit 14,30 Punkten bewertet wurde. Erst Marcus Bay rettete mit einem sicheren Sprung und vier Score-Punkten den Kirchheimer Sieg an diesem Gerät. Die Kirchheimer waren auf Aufholjagd. Das Kopf-an-Kopf-Rennen ging weiter: Nach 8:8 Score-Punkten am Barren, war die Entscheidung noch lange nicht gefallen. Ein verheißungsvoller Auftakt dann am Reck durch Felix Pohl: Er zog seine Übung mit einem hohen Ausgangswert souverän durch und damit fünf Score-Punkte auf die Kirchheimer Seite. Der VfL lag mit zwei Punkten in Führung. Moritz Pohl gestaltete sein Duell ausgeglichen, das Ergebnis hatte damit Bestand, der Wettkampf war an Spannung nicht mehr zu überbieten. Doch auch Julian Hausch biss sich an Kevin Rossi die Zähne aus und gab fünf Score-Punkte ab.
Mucksmäuschenstill war es in der Raunersporthalle, als der Allgäuer Jürgen Hartner und Tobias Wahl zum alles entscheidenden Duell antraten. Der junge Athlet der Turngemeinschaft gab sich keine Blöße und so stand VfL-Turner Tobias Wahl vor der schweren Aufgabe, drei Punkte aufholen zu müssen. Er ging dabei volles Risiko und musste bei seinem Abgang auf den Boden greifen. Die kleine Chance, die TG Allgäu doch noch abzufangen, war damit vertan. Zwei weitere Score-Punkte landeten auf dem Allgäuer Konto. Die Gäste hatten mit 34:29 die Nase vorn.
„Gut geturnt aber gegen Kevin Rossi verloren“, so die einfache Bilanz von Kirchheims Coach Matthias Pohl, der dennoch eine stabile Leistung seiner Mannschaft zur Kenntnis nahm. Die macht Hoffnung vor der nächsten Auswärtsaufgabe am kommenden Wochenende gegen das Turn-Team Iffezheim/Kieselbronn.
