Den Kultstatus haben sie sich über die Jahre hart erarbeitet. Wenn von kommenden Donnerstag an bis Sonntag auf der Weilheimer Anlage reges Treiben herrscht, hat dies ganz wenig mit Zufall zu tun. Zum 54. Mal veranstaltet der Reit- und Fahrverein das große Reit- und Springturnier am Egelsberg. Die Schallmauer-Zahl 1000 liefert dabei einen topaktuellen Nachweis für die latente Beliebtheit des Events. „Dressur und Springen vom Feinsten“, lautet die selbstbewusste Formulierung auf der Homepage des RFV Weilheim hierzu.
Just 1000 Startplätze sind in den aktuellen Meldelisten fixiert, 670 Pferde genannt, etwa 330 Reiterinnen und Reiter haben geplant, dabei zu sein – ein Plus zum Beispiel von rund zehn Prozent in Sachen Startplatzanzahl im Vergleich zum Vorjahr, mehr als fünf Prozent, was die Summe der Pferde und Starter betrifft.
Heike Glück wirkt nicht nur aus diesen Gründen Tage vor den ersten Ritten fidel. Ein bewährtes Team, bestehend aus rund 60 Helferinnen und Helfern, sorgt mit für Beständigkeit am Egelsberg. „Es sind sehr viele erfahrene Kräfte dabei, und wir sind froh, dass auch immer wieder Jüngere zum Team dazustoßen“, weiß die RFV-Vorsitzende. Das nahezu optimale Zusammenspiel der Kräfte liefert eine Teilantwort auf die Frage, weshalb das Weilheimer Reit- und Springturnier eine Veranstaltung von nicht nachlassender Beliebtheit zu sein scheint. Das Gesamtpreisgeld von rund 20.000 Euro ist zudem nicht ohne.
Ein weiterer Aspekt: Der Weilheimer Klub hat in den vergangenen Jahren auf dem sowieso schon schmucken und idyllisch gelegenen Gelände viel modernisiert und auch Geld und Manpower investiert. Ein Prunkstück bildet der spezielle Terra-Tex-Reitboden auf dem Hauptplatz. Der spezielle Mix aus Sand, Vlies und Fasern macht das Reiten ganz offenkundig noch mehr zum Vergnügen. Ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem liefert im Untergrund weitere Pluspunkte. Die einstige Investition von rund 150.000 Euro mache sich seitdem Jahr für Jahr bezahlt, heißt es in RFV-Kreisen. Regen zum Beispiel? Kein Problem. „Die Reiterinnen und Reiter sind sowieso nicht aus Zucker“, weist Heike Glück schmunzelnd auf eine absolute Wetterfestigkeit der Aktiven hin. Der gute Untergrund leiste zudem noch einen wichtigen Beitrag, ein Turnier wie geplant durchzuführen.
Ein Thema haben die RFV-Verantwortlichen aber auf jeden Fall noch für die Zukunft auf der Agenda. „Wir wollen nun auch die Stromversorgung des Geländes auf Dauer verbessern“, berichtet Heike Glück. Erste Gedankenspiele gebe es bereits.
Prüfungen haben Tradition
Sportlich geht es vom 21. bis 24. August jedenfalls wieder ordentlich zur Sache. Sowohl in der Dressur wie beim Springen stehen Prüfungen in den Leistungsklassen von A* bis S* an. „Dabei haben die Wertungsprüfungen zur württembergischen Einzelmeisterschaft zwischenzeitlich fast schon eine Tradition bei uns“, weist Gregor Küstermann explizit auf einen der Turnierhöhepunkte hin. Der stellvertretende RFV-Vorsitzende sieht zudem einen ganz speziellen Grund für die konstant hohe Qualität beim lokalen Event: „Das Komplettpaket scheint bei uns zu stimmen.“

Mit einer Dressurprüfung (alle Wettbewerbe finden in der großen Reithalle statt) beginnt am Donnerstagmorgen das Vier-Tage-Ereignis, kurz vor Mittag greifen im Freien die Springreiter ins Geschehen ein. Auch die nächsten Tage gibt es etliche Prüfungen und Wettbewerbe, wie den Führzügelwettbewerb plus etliche regionale Prüfungen. Der sportliche Höhepunkt startet am Sonntagnachmittag mit der Springprüfung Klasse S* mit Siegerrunde.
Am Regiepult sitzt übrigens einmal mehr der Chef persönlich. Frank Reutter, Präsident des württembergischen Pferdesportverbands (WPSV), agiert erneut als Turnierleiter. Noch einer mit großer Erfahrung beim 54. Reit- und Springturnier in Weilheim. Ein Hufschmied ist von Freitag bis Sonntag vor Ort, zur medizinischen Betreuung die Tierarztpraxis Christine Zeh.
Rahmenprogramm
Sport, Party, Gaudi: Der Unterhaltungsmix beim Weilheimer Turnier glänzt durch Vielfältigkeit. Am Sonntag werden zum Beispiel Reiterinnen und Reiter während einer Spaß-Prüfung kostümiert auf dem Parcours unterwegs sein. Für Kinder gibt es unter anderem Ponyreiten, Kinderschminken, Strohhüpfburgen sowie einen kleinen Hobby-Horsing- Parcours. Am Samstagabend ab 19 Uhr wird es chillig auf dem Gelände: Bei einer Sommernachtsparty legt DJ Joey auf, es gibt laut RFV unter anderem „Cocktails und coole Drinks“ sowie Catering- und Infostände. Fotos von jedem einzelnen Turniertag wird es in einer Bildergalerie geben auf www.teckbote.de

