Leichtathletik
Am Ende eine Schippe draufgelegt

Bei den Deutschen Meisterschaften in Dresden holen die Sportler aus dem Kreis Esslingen insgesamt vier Mal Edelmetall. Aileen Kuhn aus Wendlingen glänzt mit der Goldmedaille. 

Die Wendlingerin Aileen Kuhn hat bei der Deutschen Meisterschaft Gold geholt. Foto: Ralf Görlitz

Getragen von einer Welle der Euphorie und emotionalen La-Ola-Wellen der Fans, wurden die Athleten im voll besetzten Heinz-Steyer-Stadion in Dresden zu Höchstleistungen beflügelt. Auch die Athleten und Athletinnen aus dem Kreis Esslingen haben mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze geliefert. Eine glänzende Vorstellung bot auch die LG Filder mit ihren drei Staffel-Teams der U20-Junioren über 4x400 Meter und 3x800 Meter, die Teil dieser Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften waren.

Die 22-jährige Hammerwerferin Aileen Kuhn aus Wendlingen hat es endlich geschafft, ihre größte Konkurrentin, die mehrfache Deutsche Meisterin Samantha Borutta, die aus dem eigenen Lager der Eintracht Frankfurt kommt, bei Deutschen Meisterschaften zu schlagen. Nach den ersten beiden Durchgängen sah es zunächst nicht danach aus. Die drei Jahre ältere Borutta führte mit 67,58 Metern aus dem ersten Durchgang knapp vor Kuhn mit 67,09 Meter. Doch im dritten Durchgang steigerte sich Aileen Kuhn auf 69,38 Meter und übernahm mit dieser Weite erstmals die Führung. Als dann nach einem ungültigen Versuch und einer mäßigen Weite die Luft raus schien, packte Aileen Kuhn im sechsten und letzten Durchgang eine Schippe drauf und setzte unter tosendem Jubel der 10.340 Zuschauer mit 70,92 Metern den einzigen „Siebziger“ in den Rasen. „Es ist gerade eine richtige Last von mir abgefallen. Das war jetzt das Ziel, dass ich neben dem Titel bei der U23-EM auch hier den Titel hole“, so die glückliche Siegerin. Nun steht erst einmal Regeneration an. „Ich habe ein paar Tage frei und dann wird für die WM im September in Tokio noch einmal trainiert.“

Staffeln in guter Verfassung

Auf Goldkurs lag auch der U23-Europameister im Kugelstoßen, der Stettener Tizian Lauria im Dress des VfL Sindelfingen. Mit 19,95 Metern aus dem ersten Durchgang führte der 22-Jährige bis zum fünften Durchgang vor dem Titelverteidiger und Vereinskollege Eric Maihöfer (19,60 Meter), der sich dann aber um einen halben Meter auf 20,10 Meter steigern konnte. „Ich dachte dass ich heute noch angreifen und Bestleistung (20,09 Meter) stoßen kann. Daraus wurde leider nichts“, so Laurias Erkenntnis.

Vielversprechend startete auch die Bempflingerin Katharina Maisch (LV Erzgebirge) mit 18,27 Metern in den Kugelstoß-Wettkampf. Nur die Olympiasiegerin und Deutsche Meisterin Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) lag mit 18,83 Metern vor der 27-jährigen Sportsoldatin. Doch bereits im folgenden Durchgang ging Alina Kenzel (VfB Stuttgart) mit 18,55 Metern an Maisch vorbei, und Ogunleye baute ihre Führung mit 19,29 Metern deutlich aus. Maisch, die in diesem Jahr bereits drei Mal über 19 Meter stieß (Bestleistung 19,25), packte zwar im sechsten Durchgang noch fünf Zentimeter drauf, doch sie blieb mit 18,31 Meter auf dem Bronzerang.

Für die mehrfache Deutsche Meisterin im Stabhochsprung, Anjuli Knäsche (VfB Stuttgart), Cheftrainerin der LG Leinfelden-Echterdingen, ist die Siegesserie gerissen. Die 32-Jährige tat sich nach monatelangen Rückenbeschwerden schwer, kam überhaupt nicht in den Wettkampf rein, was sich an den vielen Fehlversuchen zeigte. Schon bei 4,10 Meter musste sie in den dritten Versuch, das gleiche folgte über die Höhe von 4,20 Meter, und bei 4,30 Meter war dann Schluss. Hätte sie diese Höhe übersprungen, wäre sie zum vierten Mal in Folge Deutsche Meisterin im Stabhochsprung geworden.

Eingebettet in die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen waren die Staffelwettbewerbe der Jugend U20. Eine klasse Leistung lieferte die männliche 4x400 Meter-Staffel der LG Filder in der Besetzung Moritz Jäger, Jimi Konnertz, Janne Henschel und Benedikt Haym, die in 3.19,64 Minuten völlig überraschend auf den vierten Platz unter 20 teilnehmenden Teams lief. Auf Bronze (LAC Fürth) fehlten nur 17 Hundertstelsekunden. Gold und Silber ging an die Staffeln der StG Recklinghausen-Hamm (3.18,26) und Eintracht Frankfurt (3.18,85). Die weibliche Staffel der LG Filder mit Klara Kilb, Victoria Blessin, Lara Beinlich und Nele Pfisterer, lief unter 20 Teams in 3.57,36 Minuten auf den achten Platz. Eine weitere Top-Platzierung für die LG Filder gab es durch die 3x800 Meter-Staffel, die Victoria Blessin, Klara Kilb und Lara Beinlich in 7.05,37 Minuten auf den siebten Platz führte. Schlussläuferin Beinlich machte auf den beiden Stadionrunden noch fünf Plätze gut.