Knights unterliegen zu Hause auch dem Tabellenletzten
Am Tiefpunkt

94:96 nach Verlängerung – Diese Niederlage tat besonders weh. In der regulären Spielzeit hätte Cedric Brooks mit der Schlusssirene für die Entscheidung sorgen können. Chris Alexander vergab nach Ablauf der Verlängerung an der Freiwurflinie die große Chance, den Knockout abzuwenden. Für Kirchheims Basketballer hat der Abstiegskampf begonnen.

Kirchheim. Auch die Tatsache, dass Tim Burnette am Samstag überraschend spielberechtigt war und sein Comeback im Kirchheimer Trikot feierte, half nichts. Dabei hätte es nach dem knappen Sieg in Crailsheim gegen das Tabellenschlusslicht Leipzig der endgültige Befreiungsschlag werden sollen. Doch es kam anders. Viele Ungenauigkeiten auf beiden Seiten hemmten den Spielrhythmus zu Beginn. Den Hausherren war deutlich anzumerken, welche Bedeutung dieses Spiel hatte. Doch die Teckstädter beeindruckten erstmals mit einer konsequenten Verteidigung, die Leipzig im ersten Viertel nur 16 Punkte gestattete. Jedoch gelangen auch den Knights nur 20 Punkte. Grund dafür: Chris Gadley. Leipzigs Center, blockte alleine im ersten Viertel fünf Angriffe der Ritter. Am Ende des Abends standen für Gadley 17 Punkte, 16 Rebounds und 11 Blocks zu Buche.

Gut fünf Minuten vor der Halbzeit führte Kirchheim dennoch mit zehn Punkten. Doch zum wiederholten Male schlichen sich Undiszipliniertheiten ins Kirchheimer Spiel. Zwei technische Fouls gegen Neuzugang Tim Burnette und Trainer Frenkie Ignjatovic (später im Spiel erhielt Kapitän Tomasevic ebenfalls ein technisches Foul) sowie ein erfolgreicher Dreier brachten die Gäste innerhalb weniger Sekunden wieder heran. Eine entscheidende Phase des Spiels: Der bis dahin unauffällige Nikita Khartchenkov erzielte alle sieben Punkte und lief danach richtig heiß. Seine Ausbeute am Ende des Spiels: 33 Punkte. Anstatt mit einer beruhigenden Führung in die Halbzeit zu gehen, stand es zur Pause 38:38.

Die verspielte Chance zeigte Wirkung. Leipzig nutzte diese Phase und kam in der Offensive immer besser ins Rollen. Zu Beginn des Schlussviertels waren es die Knights, die mit zehn Punkten in Rückstand (57:67) lagen. Doch die Hausherren kämpften sich zurück. Dominik Schneider (10 Punkte und 10 Rebounds) sowie Marcus Smallwood (16 Punkte und 13 Rebounds) bekamen Gadley nun besser unter Kontrolle. Doch fehlendes Glück und schlecht vorbereitete Würfe verhinderten eine erneute Führung. Nur drei von 18 Dreiern fanden das Ziel. Beim Stand von 79:79 hätte Cedric Brooks mit der Schlusssirene zum Helden werden können, doch der schwere Wurf ging daneben.

In der Verlängerung ging Leipzig schnell in Führung. Khartchenkov traf traumwandlerisch sicher. Beim Stand von 93:96 half in letzter Sekunde nur noch ein Verzweiflungswurf aus der Distanz. Chris Alexander wurde dabei gefoult und hatte die große Chance, mit drei Freiwürfen die erneute Verlängerung zu erzwingen. Doch bereits der erste Versuch ging daneben und besiegelte die nächste Heimniederlage der Kirchheimer.

„Wir haben 20 Rebounds mehr geholt, aber schlecht geworfen. Mit so einer Quote kann man nicht gewinnen“, meinte ein enttäuschter Trainer nach Spielschluss. Bezeichnend auch die Leistung von Cedric Brooks (6 Punkte), der aus seinem Tief der letzten Wochen nicht herauszufinden scheint. Die Aussicht auf die kommenden Wochen verheißt nichts Gutes. Nach dem Spiel in Ehingen warten Düsseldorf, Heidelberg, Göttingen und Karlsruhe – die momentanen Top-Mannschaften der Liga.